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Lange Haftstrafen für Massaker von Vukovar

27. Sep 2007 20:45
In der kroatischen Stadt Vukovar tobten 1991 schwere Kämpfe
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Fast 200 Kroaten wurden 1991 in Vukovar ermordet und verscharrt. Das könnte für den verantwortlichen serbischen Offizier 20 Jahre Haft bedeuten, wenn das ergangene Urteil Bestand hat.

Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat den Hauptangeklagten im Prozess um das 1991 im kroatischen Bürgerkrieg verübte Massaker von Vukovar zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Es befand den serbischen Oberst Mile Mrksic der Beihilfe zum Mord an mindestens 194 Kroaten für schuldig. Dessen damaliger Untergebener Veselin Sljivancanin erhielt fünf Jahre Haft, der dritte Angeklagte, Miroslav Radic, wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Gegen das Urteil ist Revision möglich.

Fast 200 Kroaten getötet und verscharrt

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Nach der Kapitulation der kroatischen Truppen in Vukovar im November 1991 hatten zahllose Kroaten im Krankenhaus der Stadt Zuflucht gesucht. Auf Anordnung von Mrksic wurden 400 Männer aus dem Hospital in den nahe gelegenen Ort Ovcara gebracht, wo sie in einer Halle unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten und gequält wurden.

Später zog Mrksic seine regulären Truppen von dort zurück und überließ die Kroaten den örtlichen serbischen Milizen. Diese töteten nach den Feststellungen des Gerichts mindestens 194 Männer und verscharrten die Leichen in einem Massengrab.

Rotes Kreuz behindert

Mrksic sei dafür mitverantwortlich, erklärte der Vorsitzende Richter Kevin Parker. Er habe die Soldaten abgezogen, obwohl ihm bewusst war, welchen Hass die Milizen auf die Kroaten hatten und dass die bereits Morde begangen hatten. Im Gegensatz zum Vorwurf der Anklage, die eine lebenslange Haft beantragt hatte, habe er jedoch die Morde nicht selbst befohlen.

Mrksic hatte seinen Untergebenen Sljivancanin mit dem Abtransport der Männer aus dem Hospital beauftragt. Er sorgte persönlich dafür, dass das Rote Kreuz an der vereinbarten Überwachung gehindert wurde. Verurteilt wurde er, weil er die unmenschlichen Behandlung der Kroaten in Ovcara selbst gesehen, aber nichts dagegen unternommen hatte.

Urteil gegen UCK-Mann bestätigt

Zum Zeitpunkt des Massenmords seien er und seine Einheiten aber nicht mehr in Ovcara gewesen. Weiter befand das Gericht, für eine Beteiligung des Angeklagten Radic an den Verbrechen gebe es keine ausreichende Beweise.

Die Revisionskammer des Tribunals bestätigte in einer weiteren Entscheidung am Donnerstag die Verurteilung des Kosovo-Albaners Haradin Bala zu 13 Jahren Haft. Als Angehöriger der sogenannten Befreiungsarmee (UCK) war er im Kosovo-Krieg 1998 an der Ermordung von neun Serben beteiligt. Mit der selben Entscheidung bestätigte die Kammer auch den Freispruch für zwei mitangeklagte UCK-Angehörige, Fatmir Limaj und Isak Musliu. (dpa)

 
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