Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

Merkel fordert ständigen Sitz im Sicherheitsrat

26. Sep 2007 07:15
Angela Merkel
Bild vergrößern
Bundeskanzlerin Merkel hat die Forderung Deutschlands nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erneuert. Die Bundesrepublik sei bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen, sagte sie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für ein größeres Mitspracherecht Deutschlands im UN-Sicherheitsrat stark gemacht. Deutschland sei bereit, auch mit der Übernahme eines ständigen Sicherheitsratssitzes mehr Verantwortung zu übernehmen, sagte Merkel am späten Dienstagabend (Ortszeit) vor der UN-Vollversammlung in New York. US-Präsident George W. Bush hatte sich zuvor zwar offen für eine Erweiterung gezeigt, allerdings namentlich nur eine ständige Aufnahme Japans in den Sicherheitsrat unterstützt.

Mehr in der Netzeitung:
In seiner jetzigen Zusammensetzung spiegele der Sicherheitsrat nicht mehr die Welt von heute wider, sagte die Kanzlerin. Es führe deshalb kein Weg daran vorbei, das höchste UN-Sicherheitsgremium «den politischen Realitäten anzupassen». Im Rahmen einer Gesamtreform müsse darüber hinaus auch die Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen insgesamt gestärkt werden, weil sie der einzige Ort seien, an dem verbindliche gemeinsame Antworten auf globale Herausforderungen gegeben werden könnten.

Zum Auftakt der UN-Vollversammlung hatte US-Präsident Bush ebenfalls erneut auf eine Reform der Vereinten Nationen gedrungen, um eine bessere Bekämpfung von weltweiter Armut, Krankheiten und Menschenrechtsverletzungen zu gewährleisten. Im Hinblick auf eine Umstrukturierung des Sicherheitsrates hob Bush hervor, dass Japan für eine ständige Mitgliedschaft gut qualifiziert sei. Allerdings sollten im Rahmen der notwendigen Gesamtreform auch andere Länder in Betracht gezogen werden, betonte der US-Präsident, ohne jedoch weitere Namen zu nennen.

Bislang setzt sich der Sicherheitsrat aus fünf ständigen Mitgliedern und zehn nichtständigen Mitgliedsstaaten zusammen. Vetorecht haben aber nur die ständigen Mitglieder USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien. Merkels Amtsvorgänger Gerhard Schröder (SPD) war während seiner Kanzlerschaft mit dem eigenen Anspruch auf einen ständigen Sitz Deutschland im Sicherheitsrat vor allem am Widerstand Washingtons gescheitert. Beobachter machten dafür allgemein das zunehmend schlechtere Verhältnis wegen Schröders Nein zum Irak-Krieg von 2003 verantwortlich.

Wie zuvor Bush warnte auch Kanzlerin Merkel als letzte Rednerin vor einem atomar bewaffneten Iran und kündigte als Druckmittel die Unterstützung Deutschlands für weitere Sanktionen an, falls Teheran nicht einlenke. «Nicht die Welt muss Iran beweisen, dass der Iran die Atombombe baut. Iran muss die Welt überzeugen, dass es die Atombombe nicht will», sagte Merkel.

Im Tauziehen um ein neues Vertragswerk zur deutlichen Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen nach 2012 forderte die Kanzlerin wie schon am Vortag die Weltgemeinschaft zu entschlossenem, gemeinsamen Handeln auf. Beiträge einzelner Staaten oder Gruppen seien willkommen, könnten aber niemals Ersatz für ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll unter dem Dach der Vereinten Nationen sein. (ddp)

 
DruckenVersenden
  • Bookmark:
  • Mister Wong Webnews Yigg Linkarena Google My Space Del.icio.us Oneview Facebook Twitter
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Justizministerium bestätigt bestialische Attacken: 
Häftling in sächsischem Jugendgefängnis gefoltert
Parteitag in Hamburg: 
Piratenpartei will Bundestag entern
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Aus anderen Ressorts
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
  •  Berlin 22°
  •  Hamburg 19°
  •  Köln 19°
  •  Frankfurt 24°
  •  Stuttgart 20°
  •  München 19°
Anzeigen:
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2009 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.