Merkel fordert ständigen Sitz im Sicherheitsrat
Zum Auftakt der UN-Vollversammlung hatte US-Präsident Bush ebenfalls erneut auf eine Reform der Vereinten Nationen gedrungen, um eine bessere Bekämpfung von weltweiter Armut, Krankheiten und Menschenrechtsverletzungen zu gewährleisten. Im Hinblick auf eine Umstrukturierung des Sicherheitsrates hob Bush hervor, dass Japan für eine ständige Mitgliedschaft gut qualifiziert sei. Allerdings sollten im Rahmen der notwendigen Gesamtreform auch andere Länder in Betracht gezogen werden, betonte der US-Präsident, ohne jedoch weitere Namen zu nennen.
Bislang setzt sich der Sicherheitsrat aus fünf ständigen Mitgliedern und zehn nichtständigen Mitgliedsstaaten zusammen. Vetorecht haben aber nur die ständigen Mitglieder USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien. Merkels Amtsvorgänger Gerhard Schröder (SPD) war während seiner Kanzlerschaft mit dem eigenen Anspruch auf einen ständigen Sitz Deutschland im Sicherheitsrat vor allem am Widerstand Washingtons gescheitert. Beobachter machten dafür allgemein das zunehmend schlechtere Verhältnis wegen Schröders Nein zum Irak-Krieg von 2003 verantwortlich.
Wie zuvor Bush warnte auch Kanzlerin Merkel als letzte Rednerin vor einem atomar bewaffneten Iran und kündigte als Druckmittel die Unterstützung Deutschlands für weitere Sanktionen an, falls Teheran nicht einlenke. «Nicht die Welt muss Iran beweisen, dass der Iran die Atombombe baut. Iran muss die Welt überzeugen, dass es die Atombombe nicht will», sagte Merkel.
Im Tauziehen um ein neues Vertragswerk zur deutlichen Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen nach 2012 forderte die Kanzlerin wie schon am Vortag die Weltgemeinschaft zu entschlossenem, gemeinsamen Handeln auf. Beiträge einzelner Staaten oder Gruppen seien willkommen, könnten aber niemals Ersatz für ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll unter dem Dach der Vereinten Nationen sein. (ddp)

