netzeitung.deProtest gegen Rumsfeld an Stanford-Universität

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Ex-Verteidigungsminister Rumsfeld hat in Stanford viele Feinde (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ex-Verteidigungsminister Rumsfeld hat in Stanford viele Feinde
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Der frühere US-Verteidigungsminister Rumsfeld soll einen Thinktank an der Stanford-Universität beraten. Mehr als 2000 Professoren und Studenten protestierten dagegen.

Die Ernennung des ehemaligen amerikanischen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld zum «distinguished visiting fellow» hat der renommierten Hoover Institution an der kalifornischen Elite-Universität Stanford scharfe Kritik eingebracht.

In seiner neuen Funktion würde Rumsfeld unter anderem eine Arbeitsgruppe zum Thema Ideologie und Terrorismus beraten. Dagegen setzten sich etwa 2100 Professoren, Studenten, Uni-Mitarbeiter und ehemalige Hochschüler mit einer Petition zur Wehr. Rumsfeld sei wegen seiner umstrittenen Rolle in dem 2003 begonnenen Irak-Krieg nicht für den Posten geeignet, hieß es. Seine Ernennung sei mit den ethischen Werten, zu denen sich Stanford bekenne, unvereinbar.

Der republikanische Politiker war im vergangenen November nach dem Sieg der Demokraten bei den Kongresswahlen zurückgetreten. Er wurde maßgeblich für die mangelnden Fortschritte bei dem US-Militäreinsatz im Irak verantwortlich. Zudem wurde ihm eine Mitschuld an der Misshandlung irakischer Gefangener gegeben.

Einer der Gegner Rumsfelds in Stanford ist der frühere Psychologie-Professor Philip G. Zimbardo, der in einem neuen Buch Rumsfeld, Bush und Vize-Präsident Dick Cheney beschuldigt, Folterungen in dem irakischen Gefängnis Abu Ghraib Vorschub geleistet zu haben.

Die Hoover Institution verteidigte jedoch ihre Entscheidung für Rumsfeld. Der ehemalige Minister sei ein Experte, der im Staatsdienst jahrzehntelang Erfahrungen im Bereich Terrorismus gesammelt habe, sagte John Raisian, der Direktor des Thinktanks.

Bush und Rice nicht bei allen willkommen
Wegen ihrer Verbindungen zu den Republikanern hatte die Hoover Institution allerdings bereits in der Vergangenheit Proteste ausgelöst. So musste im vergangenen Jahr ein geplantes Essen von Präsident Bush mit dem früheren Außenminister George P. Shultz vom Stanford-Campus in das Privathaus von Shultz verlegt werden.

Die amtierende Außenministerin Condoleezza Rice, die früher ebenfalls Hoover-Fellow war und eine hochrangige Position in Stanford innehatte, deutete an, dass sie nach Ende ihrer Amtszeit an die Universität zurückkehren wolle. In einem in einer Uni-Zeitung veröffentlichten Brief erklärte jedoch ein Professor, dass Rice nicht mehr willkommen sei. (nz)