21. Sep 2007 13:54
Der frühere US-Verteidigungsminister Rumsfeld soll einen Thinktank an der Stanford-Universität beraten. Mehr als 2000 Professoren und Studenten protestierten dagegen.
In seiner neuen Funktion würde Rumsfeld unter anderem eine Arbeitsgruppe zum Thema Ideologie und Terrorismus beraten. Dagegen setzten sich etwa 2100 Professoren, Studenten, Uni-Mitarbeiter und ehemalige Hochschüler mit einer Petition zur Wehr. Rumsfeld sei wegen seiner umstrittenen Rolle in dem 2003 begonnenen Irak-Krieg nicht für den Posten geeignet, hieß es. Seine Ernennung sei mit den ethischen Werten, zu denen sich Stanford bekenne, unvereinbar. Der republikanische Politiker war im vergangenen November nach dem Sieg der Demokraten bei den Kongresswahlen zurückgetreten. Er wurde maßgeblich für die mangelnden Fortschritte bei dem US-Militäreinsatz im Irak verantwortlich. Zudem wurde ihm eine Mitschuld an der Misshandlung irakischer Gefangener gegeben.
Einer der Gegner Rumsfelds in Stanford ist der frühere Psychologie-Professor Philip G. Zimbardo, der in einem neuen Buch Rumsfeld, Bush und Vize-Präsident Dick Cheney beschuldigt, Folterungen in dem irakischen Gefängnis Abu Ghraib Vorschub geleistet zu haben.
Die Hoover Institution verteidigte jedoch ihre Entscheidung für Rumsfeld. Der ehemalige Minister sei ein Experte, der im Staatsdienst jahrzehntelang Erfahrungen im Bereich Terrorismus gesammelt habe, sagte John Raisian, der Direktor des Thinktanks.