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US-Regierung vermisst Waffen im Irak

06. Aug 2007 11:53
US-Militär im Irak
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Die Kontrollbehörde attestiert der US-Armee Unfähigkeit. 190.000 Schusswaffen, die die Truppen an irakische Sicherheitskräfte verteilten, könnten in die Hände von Aufständischen gelangt sein, fürchtet die US-Regierung.

Das US-Verteidigungsministerium hat keine Ahnung, wo rund 190.000 Sturmgewehre und Pistolen aus US-Beständen im Irak geblieben sind. Die Waffen waren in den Jahren 2004 und 2005 an irakische Sicherheitskräfte verteilt worden. Wie die «Washington Post» unter Berufung auf einen Report der US-Kontrollbehörde GAO berichtete, sind 30 Prozent der Waffen, die im Irak zwischen 2004 und Anfang 2007 verteilt wurden, verschwunden. US-Militärs hätten keinerlei Hinweise über deren Verbleib.

Mehr in der Netzeitung:
Das Pentagon fürchtet, dass die Waffen in die Hände von Rebellen gefallen sein könnten, die gegen die US-Soldaten im Irak kämpften.

Feind mit US-Waffen ausgestattet

Die Verteilung der Waffen sei übereilt, planlos und ohne formelle Verfahren durchgeführt worden, kritisierte die Kontrollbehörde. Das betreffe vor allem die Jahre 2004 und 2005 als US-General David Petraeus das Sicherheitstraining im Irak verantwortete. Heute kommandiert Petraeus die gesamten US-Streitkräfte im Irak.

Hintergrund:
Die USA haben seit 2003 mehr als 19 Milliarden Dollar für die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte ausgegeben. Mindestens drei Milliarden Dollar davon flossen in die Ausrüstung.

Neue Todesopfer

Die Kontrollen seien zwar verschärft worden, hieß es weiter. Doch die Unfähigkeit der Vereinigten Staaten, ihre eigene Waffen mittels Seriennummern zu verfolgen, mache es den US-Militärs nahezu unmöglich, festzustellen, ob sie nicht gar gegen eine Feind kämpften, der mit von US-Steuerzahlern finanzierten Waffen ausgestattet ist. Das Pentagon dementierte den Bericht nicht, teilte allerdings mit, eine eigene Untersuchung eingeleitet zu haben.

Unterdessen forderte die tägliche Gewalt im Irak neue Todesopfer. Bei einem Sprengstoffanschlag im Nordirak starben mindestens 27 Menschen. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete unter Berufung auf die Polizei, 28 weitere Iraker seien verletzt worden, als in der 420 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen explodiert sei. (nz)

 
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