Empörung über Hinrichtungswelle im Iran
Im Iran werden die Todeskandidaten bei Hinrichtungen üblicherweise am Ort ihrer Tat mit dem Strang um den Hals von einem Kran hochgezogen, damit sie für Schaulustige besser sichtbar sind. Die Hinrichtung ist dadurch qualvoller, da der Tod langsamer eintritt.
In Deutschland stieß das Vorgehen der iranischen Behörden auf scharfe Kritik. Grünen-Chefin Claudia Roth forderte das Oberste Gericht des Landes und den Chef der iranischen Justiz auf, «dieser Welle des Terrors Einhalt zu gebieten». Zwei ebenfalls zum Tode verurteilte kurdische Journalisten müssten begnadigt werden. «Die beiden Journalisten dürfen nicht hingerichtet werden, der Iran, eine der ältesten Kulturnationen der Welt, darf nicht in der Barbarei versinken», sagte Roth.
Die Grünen-Politikerin warnte vor diesem Hintergrund vor einer «neuen Qualität des Terrors», sollte das Regime in Teheran die Arbeit von Journalisten zur Spionage erklären. «Die Botschaft ist klar: Wer etwas Ungenehmes sagt, wer kritische Fragen stellt, dem droht der Tod», sagte Roth.
Roth kritisierte auch die Art und Weise der Hinrichtungen. «Menschen werden in barbarischen Schauspielen öffentlich hingerichtet, weil sie 'Feinde Gottes' seien, weil sie 'Gesindel' seien, Menschen ohne Obdach, suchtkranke Menschen», sagte die Grünen-Politikerin. «Hier tobt ein Terrorapparat, der sich in schlimmster menschenverachtender Weise als Herr über Leben und Tod aufspielt, der brutal ausmerzt, was ihm als 'lebensunwertes Leben' erscheint, und der auch nicht davor zurückschreckt, schmutzige tagespolitische Spiele als Wille und Richtspruch Gottes zu inszenieren.» (nz/dpa)
