netzeitung.deNamibia ignoriert Proteste gegen Robbenjagd

 Herausgeber: netzeitung.de

Robbenbaby (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Robbenbaby
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Namibia hat zehntausende Robben zur Jagd freigegeben. Als Begründung nannte die Regierung des Landes im südlichen Afrika die Gefährdung des Fischbestands.

Namibias Regierung hat für die kommenden drei Jahre jeweils 86.000 Robben zur Jagd freigegeben. Informationsministerin Netumbo Nandi-Ndaitwah begründete den Kabinettsbeschluss nach Angaben der «Allgemeinen Zeitung» in Windhuk mit einer Gefährdung der Fischindustrie des südwestafrikanischen Landes durch eine zu starke Zunahme der Robbenbestände. Die Fischerei ist einer der größten Arbeitgeber und Devisenbeschaffer des Staates, vor dessen Küste nach einer Erhebung 205.500 junge und 650.000 ausgewachsene Robben leben.

Sie verteilen sich auf die Cape Cross- und die Atlas-Bucht- Kolonie. Gejagt werden vor allem Männchen und ihre Jungen. Während die Jungtiere zum Schutze ihres wertvollen Pelzes erschlagen werden, kommen die Männchen durch gezielte Schüsse ums Leben. Ihre Genitalien gelten in asiatischen Ländern auch als Grundlage für ein Aphrodisiakum. Die Robben verzehren nach Angaben Nandi-Ndaitwahs jährlich etwa 900.000 Tonnen Fisch. Angesichts der Gesamtfangmenge der nationalen Fischereiindustrie von jährlich rund 600.000 Tonnen Fisch werde deutlich, «dass Robben mehr Fisch vertilgen als von der kommerziellen Fischerei-Industrie gefangen wird».

Die erstmals für einen derartigen Zeitraum beschlossene Fangmenge lässt die Möglichkeit einer Anpassung der Quote für die Jahre 2007 bis 2009 zu, wenn sich die Robbenbestände deutlich verringern oder erhöhen sollten. Nach bisheriger Festlegung sollen jährlich 80.000 Jungrobben und 6000 Bullen getötet werden dürfen. Europäische Tierschützer hatten bereits im vergangenen Jahr mit einem Aufschrei der Empörung auf das genehmigte Abschlachten von bis zu 91.000 Robben an Namibias Küste reagiert und mit Boykottaktionen gedroht. (dpa)