netzeitung.de«Metzelei» bei G8-Gipfel in Genua gestanden

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Lupe «Metzelei» bei G8-Gipfel in Genua gestanden

Ein Polizist hat sechs Jahre lang «aus Solidarität mit seinen Kollegen» gelogen und Übergriffe auf G8-Gegner in Genua geleugnet. Opfer war unter anderem ein wehrloses Mädchen in einer Blutlache.

Sechs Jahre nach blutigen Zusammenstößen am Rande des G8-Gipfels in Genua hat erstmals ein hoher Polizeioffizier schwere Übergriffe der Sicherheitskräfte eingeräumt. «Vier Polizisten schlugen auf ein Mädchen mit einer Platzwunde am Kopf ein, die bereits in einer Blutlache auf dem Boden lag», sagte der Ex-Polizei- Kommandeur Michelangelo Fournier bei einem Prozess in Genua.

Es habe sich um eine «Metzelei» gehandelt, sagte er nach Angaben italienischer Zeitungen vom Donnerstag. Er habe sechs Jahre lang «aus Solidarität mit seinen Kollegen» gelogen und die Übergriffe geleugnet.

Bei dem Prozess gegen 29 Sicherheitskräfte geht es um eine Razzia in einer Schule, in der Globalisierungskritiker damals übernachteten. Laut Staatsanwaltschaft haben die Einsatzkräfte Dutzende Menschen verprügelt und teilweise schwer verletzt.

Bei Demonstrationen und Zusammenstößen beim G8-Gipfel 2001 wurde ein Demonstrant von einem Polizisten erschossen. Das Verfahren gegen den Todesschützen wurde später eingestellt. Der Carabiniere habe in Notwehr gehandelt, hieß es zur Begründung. (dpa)