Drei deutsche Soldaten in Afghanistan getötet
19.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Das Verteidigungsministerium machte keine genauen Angaben zur Zahl der Toten. Mehrere Soldaten seien gestorben, weitere schwer verletzt, hieß es. Offenbar sind Verletzte so schwer getroffen, dass sich die Zahl der Toten erhöhen könnte. Nach afghanischen Regierungsangaben starben außerdem sechs afghanische Zivilisten, 14 wurden verletzt. Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, machte «El Kaida und ihre afghanischen Diener», die Taliban, für die Tat verantwortlich.
Laut AP ereignete sich der Anschlag auf einem belebten Markt in Kundus. Zwei Fahrzeuge der Bundeswehr seien bei einer Patrouillenfahrt auf den Markt gefahren, wurde der Polizeichef der Provinz, General Ajub Salangi, zitiert. Als die Soldaten dann mit ihrem Übersetzer ausgestiegen seien, um etwas einzukaufen, habe der Attentäter seinen Sprengsatz gezündet.
Nach dem Anschlag warten nach Angaben des Provinzgouverneurs weitere Selbstmordattentäter in der Provinz Kundus auf ihren Einsatz. Gouverneur Omar sagte der dpa, er habe vor wenigen Tagen Informationen erhalten, wonach vier Selbstmordattentäter in die Provinz eingedrungen seien. Nach dem Anschlag vom Samstag seien dort demnach weitere drei oder zwei Attentäter bereit zuzuschlagen.
Der Anschlag ist der schwerste auf die Bundeswehr in Afghanistan seit Juni 2003, als ein Selbstmordattentäter in der Hauptstadt Kabul ein mit Sprengstoff beladenes Taxi in einen Bus mit deutschen Soldaten steuerte. Damals starben vier Bundeswehr-Soldaten, 29 wurden verletzt.
Vor dem jüngsten Anschlag in Kundus hatte der Afghanistan-Einsatz bereits 18 deutsche Soldaten das Leben gekostet. Zehn davon kamen gewaltsam ums Leben, acht bei Unfällen. Der letzte deutsche Soldat starb im November 2005 bei einem Anschlag in Kabul. Die Bundeswehr hat derzeit etwas mehr als 3150 Soldaten im Rahmen der ISAF eingesetzt. Damit ist sie der drittgrößte Truppensteller der Nato-geführten Schutztruppe nach den USA und Großbritannien. (nz/dpa/AP)

