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Kreml-Kritiker Kasparow bei Demo verhaftet

14. Apr 2007 10:51, ergänzt 12:54
Garri Kasparow wird bei der Demonstration gegen Putin in Moskau festgenommen.
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Die Moskauer Polizei hat bei einer Kundgebung gegen Präsident Putin hart durchgegriffen: Unter den Dutzend Festgenommenen ist auch der frühere Schachweltmeister Kasparow.

Bei einer verbotenen Kundgebung in Moskau hat die Polizei den Oppositionspolitiker und früheren Schachweltmeister Garri Kasparow sowie Dutzende weitere Demonstranten verhaftet. Auch mehrere Anführer von oppositionellen Jugendorganisationen wurden festgenommen, wie die Agentur Interfax meldete. Die Polizei sprach nach vorläufigen Angaben von 170 Festnahmen.

Die Demonstranten hatten sich am Samstag im Stadtzentrum der russischen Hauptstadt dem von der Polizei abgeriegelten Puschkin-Platz genähert. «Wir gingen nur auf dem Bürgersteig und haben nicht gegen das Gesetz verstoßen», sagte Kasparow über Mobiltelefon dem Radiosender «Echo Moskwy». Zusammen mit anderen festgenommenen Bürgern sei er in einen Polizeitransporter gezwängt worden, berichtete Kasparow.

Einige der Demonstranten riefen «Freiheit, Freiheit». Der Parlamentsabgeordnete Wladimir Ryschkow sagte dem Radiosender, am Puschkin-Platz hätten Beamte mit Schlagstöcken auf friedliche Passanten, darunter Rentner, eingeprügelt. Der Polizeisprecher rechtfertigte das Vorgehen der Einsatzkräfte: Alle Beamten hielten sich streng an die russischen Gesetze.

«Wir wollen ein anderes Russland»

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Auf dem Puschkin-Platz wollte die Opposition zu dem von den Behörden verbotenen Protestmarsch aufbrechen. Die Polizei hatte zuvor angekündigt, die Veranstaltung notfalls mit Gewalt zu verhindern. In der Nähe des Puschkin-Platzes wurden mehrere Gefangenentransporter sowie ein Wasserwerfer postiert, berichteten Augenzeugen.

Nach den Dutzenden Festnahmen brachen Oppositionsanhänger zum angekündigten so genannten Marsch der Andersdenkenden durch das Zentrum Moskaus auf. Mit Fahnen der Oppositionsparteien zogen mehrere tausend Menschen zum etwa zwei Kilometer entfernten Turgenjew-Platz, wo die Abschlusskundgebung geplant war. Sie riefen: «Wir wollen ein anderes Russland», «Russland ohne Putin» und «Nieder mit dem Polizeistaat». Die Polizei drängte einen Teil der Demonstranten in eine Seitenstraße ab.

Auch Kundgebung von Kreml-Anhängern

Die Behörden hatten den Marsch verboten und nur die Kundgebung am Turgenjew-Platz genehmigt. Dort versammelten sich etwa 1000 Demonstranten. Mit dem Protestzug wollten die Teilnehmer auf die autoritäre Politik von Präsident Wladimir Putin sowie auf die wachsenden Unterschiede zwischen Armen und Reichen aufmerksam machen.

Eine ähnliche Veranstaltung war am Sonntag in Sankt Petersburg geplant. Die Beteiligung gilt als Gradmesser für die Bedeutung der Opposition vor der Parlamentswahl im Dezember und der Präsidentschaftswahl im März 2008. Auch mehrere kremltreue Organisationen hatten zu Kundgebungen in Moskau aufgerufen. So beteiligten sich an anderen Orten im Stadtzentrum tausende Menschen an Gegendemonstrationen kremlnaher Jugendgruppen. (dpa/AP)

 
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