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Vatikan fühlt sich von Israel beleidigt

13. Apr 2007 17:55
Israelische Flagge
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Zwischen Israel und dem Vatikan bahnt sich eine diplomatische Krise an. Grund sind unterschiedliche Positionen zur Rolle der katholischen Kirche in der NS-Zeit.

Die umstrittene Rolle der katholischen Kirche in der NS-Zeit hat zu neuem Ärger zwischen dem Vatikan und Israel geführt: Der Apostolische Nuntius in Israel, Monsignor Antonio Franco, hat seine Teilnahme an dem diesjährigen Holocaust-Gedenktag in Jerusalem abgesagt. Dort soll in der kommenden Woche in der Gedenkstätte Yad Vashem im Rahmen einer offiziellen Zeremonie an die Ermordung von sechs Millionen Juden erinnert werden. Als Grund nannte Franco, dass in einer Bildunterschrift das Wirken von Papst Pius XII. (1939-58) im Zweiten Weltkrieg falsch dargestellt werde. «Diplomatische Krise zwischen Israel und Vatikan», titelte die Zeitung «La Repubblica» am Freitag.

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In Yad Vashem heißt es neben einem Porträt von Pius XII., er habe im Zweiten Weltkrieg nichts getan, um Rassismus und Antisemitismus zu verurteilen. «Sein Schweigen und das Fehlen von Leitlinien haben die Kirchenmänner in ganz Europa gezwungen, selbst zu entscheiden, wie sie sich verhalten sollen.» Der Vatikan-Botschafter kritisierte, in der Bildunterschrift werde die ganze katholische Kirche beleidigt. «Man kann den Papst nicht im gleichen Atemzug mit Menschen nennen, die sich für das schämen müssen, was sie den Juden angetan haben.»

Das israelische Außenministerium reagierte in einer offiziellen Stellungnahme auf die Absage: Bei dem alljährlichen «Tag der Shoah» gehe es um das Gedenken der Opfer eines der «traumatischsten» Ereignisse in der Geschichte des jüdischen Volkes und der Menschheit. «Jeder sollte es vor seinem Gewissen verantworten, ob er an der Zeremonie teilnimmt», hieß es. Yad-Vashem-Mitarbeiter sagten, sie seien «schockiert und enttäuscht».

Eine offizielle Stellungnahme des Vatikans zu der Absage gab es zunächst nicht. Jedoch zitierte «La Repubblica» Vatikan-Kreise, wonach Papst Benedikt XVI. die Geste des Nuntius gebilligt habe: «Der Heilige Vater musste dies tun, um einen seiner Vorgänger vor unbegründeten und historisch nie bewiesenen Anklagen zu verteidigen.»

Die Rolle, die Pius XII. in der Nazi-Zeit gespielt hat, ist bis heute strittig und Thema eingehender Forschungen. Kritiker werfen ihm vor, sich zu passiv verhalten und zur Verfolgung der Juden geschwiegen zu haben. Der Vatikan betont hingegen, Pius - der vor seiner Papstwahl Eugenio Pacelli hieß - habe zahlreiche römische Juden während der Besatzung durch die Hitlertruppen in Kirchen verstecken lassen. (dpa)

 
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