Vatikan fühlt sich von Israel beleidigt
Das israelische Außenministerium reagierte in einer offiziellen Stellungnahme auf die Absage: Bei dem alljährlichen «Tag der Shoah» gehe es um das Gedenken der Opfer eines der «traumatischsten» Ereignisse in der Geschichte des jüdischen Volkes und der Menschheit. «Jeder sollte es vor seinem Gewissen verantworten, ob er an der Zeremonie teilnimmt», hieß es. Yad-Vashem-Mitarbeiter sagten, sie seien «schockiert und enttäuscht».
Eine offizielle Stellungnahme des Vatikans zu der Absage gab es zunächst nicht. Jedoch zitierte «La Repubblica» Vatikan-Kreise, wonach Papst Benedikt XVI. die Geste des Nuntius gebilligt habe: «Der Heilige Vater musste dies tun, um einen seiner Vorgänger vor unbegründeten und historisch nie bewiesenen Anklagen zu verteidigen.»
Die Rolle, die Pius XII. in der Nazi-Zeit gespielt hat, ist bis heute strittig und Thema eingehender Forschungen. Kritiker werfen ihm vor, sich zu passiv verhalten und zur Verfolgung der Juden geschwiegen zu haben. Der Vatikan betont hingegen, Pius - der vor seiner Papstwahl Eugenio Pacelli hieß - habe zahlreiche römische Juden während der Besatzung durch die Hitlertruppen in Kirchen verstecken lassen. (dpa)

