netzeitung.deSarkozy wegen Nazi-Äußerungen in der Kritik

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Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy
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Sarkozy sei wegen seiner Aussagen über Nazi-Deutschland des Präsidentenamtes nicht würdig, meinen seine politischen Gegner. Derweil baut der Präsidentschaftskandidat seinen Vorsprung weiter aus.

Die Äußerungen des konservativen Nicolas Sarkozy über die Nazi-Vergangenheit Deutschlands ist von seinen politischen Gegnern scharf kritisiert worden: Diese «überzogenen» Aussagen ließen «erschaudern», sagte der Zentrumskandidat François Bayrou im französischen Fernsehen. Der Präsidentschaftskandidat bringe «dem deutschen Volk das Drama, das Verbrechen Hitlers zurück».

In der Zeitung «Philosophie Magazine» hatte sich Sarkozy zuvor verständnislos über die Teilnahme der Deutschen am «Nazi-Wahn» gezeigt: «Es gibt viele Nationen überall in der Welt, die soziale, wirtschaftliche oder politische Krisen durchlaufen und die weder eine Endlösung erfinden noch die Ausrottung einer Rasse anordnen.» Dass das deutsche Volk «mit seiner Stimme am Nazi-Wahn teilgenommen» habe, sei ihm ein «Rätsel».

Erst kürzlich hatte der frühere Innenminister betont, Frankreich müsse wegen seiner Geschichte nicht erröten, denn es habe weder einen «Völkermord begangen» noch «die Endlösung erfunden.»

Dem Amt nicht würdig
Die ehemalige Europaministerin Elizabeth Guigou fürchtet gar um die deutsch-französischen Beziehungen, sollte Sarkozy das Rennen um das Präsidentenamt gewinnen. Die Sozialistin bezeichnete dessen Aussagen als «Verneinung der deutsch-französischen Aussöhnung, an der alle Präsidenten seit 50 Jahren» gearbeitet hätten. «Ein Kandidat, der unannehmbare Angriffe auf unseren wichtigsten europäischen Partner fährt und wiederholt, ist nicht würdig, in das höchste Amt des Präsidenten der Französischen Republik aufzusteigen.»

Derweil baut Sarkozy rund eine Woche vor der Wahl seinen Vorsprung jüngsten Umfragen zufolge aus. Nach einer am Freitag veröffentlichten Erhebung kann Sarkozy im ersten Wahlgang mit 30 Prozent der Stimmen rechnen. Das ist ein Plus von 0,5 Prozentpunkten. Die Sozialistin Ségolène Royal könnte unverändert 24 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen.

Bayrou verliert dagegen 0,5 Prozentpunkte auf 18,5 Prozent. Damit liegt Sarkozy in 101 der 102 Erhebungen seit dem 15. Januar vorn. Der Rechtsradikale Jean-Marie Le Pen fällt der jüngsten Erhebung zufolge im ersten Wahlgang um 0,5 Prozentpunkte auf 13,5 Prozent zurück. (dpa/nz)