12.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
US-Präsident Bush kündigte sein Veto gegen das Gesetz zur Stammzellforschung an.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In den USA soll die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen staatlich gefördert werden. Präsident Bush kündigte sein Veto gegen das Gesetz an.
Auch mit den Stimmen republikanischer Senatoren hat sich der US-Senat in Washington für eine staatliche Finanzierung der Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen ausgesprochen. Die Senatoren stimmten am Mittwochabend mit 63 zu 34 Stimmen für ein entsprechendes Gesetz. Auch das US-Repräsentantenhaus hatte sich bereits im Januar dafür ausgesprochen.
US-Präsident George W. Bush hatte bei diesem Thema im vergangenen Jahr erstmals von seinem Vetorecht Gebrauch gemacht und damit einen ähnlichen Gesetzentwurf des Kongresses verhindert. Da es bei der Senatsabstimmung zu Gunsten der Förderung der Gentechnologie am Mittwochabend keine Zwei-Drittel-Mehrheit gab, kann Bush auch diesmal das Gesetz mit einem Veto verhindern.
Bush sieht in einer Forschung, die die Manipulation embryonaler Stammzellen zulässt, «eine moralische Grenze» überschritten. Die Unterstützer der Stammzellforschung hoffen, künftig bislang als unheilbar geltende Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer bekämpfen zu können.
Bislang muss die Forschung an den menschlichen Zelllinien in den USA privat finanziert werden. Wissenschaftlerverbände bemängeln, dass die wenigen existierenden Stammzellenlinien nicht ausreichten.
Nach Umfragen befürworten etwa zwei Drittel der US-Amerikaner die embryonale Stammzellenforschung. Der demokratische Senator Tom Harkin äußerte gegenüber dem Fernsehsender CNN die Hoffnung, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis genügend Stimmen für die staatliche Förderung der embryonalen Stammzellforschung zusammenkämen. Vierzehn republikanische und bis auf zwei alle demokratischen Senatoren stimmten am Mittwoch für die Liberalisierung der Stammzellenforschung.
Widerstand gegen die embryonale Stammzellenforschung kommt vor allem von der römisch-katholischen Kirche sowie evangelikalen Verbänden und Anti-Abtreibungsgruppen. Zwei große protestantische Kirchen, die presbyterianische und die Vereinigte Kirche Christi, sowie der Verband der reformierten Juden befürworten dagegen die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen. (nz)