netzeitung.deRussland verhindert scharfe Iran-Resolution

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Vehüllt: Soldatin Turney im Interview mit dem Iranischen Fernsehen Al-Alam (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Vehüllt: Soldatin Turney im Interview mit dem Iranischen Fernsehen Al-Alam
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Im Streit um die von Iran festgehaltenen Soldaten der Royal Navy will Teheran ohne die Uno verhandeln. Der Sicherheitsrat zeigte sich nur «besorgt», die EU will dagegen schärfere Töne anschlagen.

Teheran will im Streit um die 15 im Iran festgehaltenen britischen Marinesoldaten eine bilaterale Lösung erreichen. Die iranische UN-Mission in New York erklärte am späten Donnerstagabend, das Problem könnte und sollte zwischen den beiden betroffenen Staaten gelöst werden, wie der britische Fernsehsender BBC berichtete. Der Versuch Londons, etwa den UN-Sicherheitsrat einzuschalten, sei in diesem Fall nicht hilfreich.

Dahingegen kamen die EU-Außenminister am Freitag überein, die Festnahme scharf zu verurteilen. Bei einem informellen Treffen in Bremen bereiteten sie laut EU-Diplomaten eine «deutliche» Erklärung vor. Über diesen Text werde noch geredet, hieß es. Die derzeitige EU-Ratsvorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel, hatte die Gefangennahme der Briten als «völlig inakzeptabel» bezeichnet.

Großbritannien will nun auf eine formale Äußerung des iranischen Außenministeriums an die Adresse der britischen Botschaft in Teheran antworten. Zum Inhalt des iranischen Schreibens wollte eine Botschaftssprecherin in Teheran keine Angaben machen. Ein solcher Austausch diplomatischer Noten sei immer vertraulich. Das iranische Militär hatte die Soldaten der Royal Navy auf See festgenommen. Strittig ist, ob sich das Militär dabei auf iranischem Hoheitsgebiet befand oder nicht. Die Angaben beider Seiten differieren um wenige Kilometer. Der Vorfall führte zu internationaler Verstimmung – die Reaktion der Uno zu enttäuschte Großbritannien.

Denn anders als erhofft hatte Großbritannien keine scharfe Reaktion des Protests gegen das Festsetzen seiner Soldaten erreichen können, der Sicherheitsrat äußerte lediglich «große Besorgnis» über die Krise. In stundenlangen Verhandlungen hab sich der Rat nur darüber verständigt, eine «baldige Lösung des Problems, inklusive der Freilassung der 15 Soldaten» zu verlangen, sagte der britische UN-Botschafter Emyr Jones Parry. Russland habe eine schärfere Botschaft verhindert, in der eine sofortige Freilassung der Seeleute gefordert worden wäre. Allerdings appellierten die 15 Ratsmitglieder an Teheran, der konsularischen Vertretung den Kontakt zu den Soldaten zu erlauben.

Zweiter Brief von Turney
Der britische UN-Botschafter Emyr Jones Parry zeigte sich gleichwohl zufrieden, dass es zu einer gemeinsamen Linie gekommen war. US-Außenministerin Condoleezza Rice sprach sich in der Krise um die Marinesoldaten für Verhandlungen aus. «Es gibt eine Menge Spielraum für eine diplomatische Lösung», sagte Rice am Donnerstag.

Die einzige Frau unter den 15 festgehaltenen Soldaten, Faye Turney, hat unterdessen angeblich in einem neuen Brief den Rückzug der britischen Truppen aus dem Irak verlangt. Der britische Fernsehsender Sky News zeigte am Donnerstagabend einen handgeschriebenen Text, der von der 26-Jährigen stammen soll. Der Brief wurde dem Sender von iranischer Seite zugespielt. Am Mittwoch war bereits ein anderes Schreiben veröffentlicht worden, das von Turney stammen soll.

Baldige Lösung
Der Iran hatte ursprünglich zugesagt, Turney bis Donnerstagabend freizulassen. Wegen der Einschaltung des Sicherheitsrats durch Großbritannien reagierte Teheran dann jedoch verärgert und zog die Zusage zurück. «Wir hatten beschlossen, die Frau freizulassen, aber angesichts des politischen Tamtams, das London veranstaltet, ist dieser Beschluss vorläufig auf Eis gelegt», sagte der Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Ali Laridschani, im staatlichen Fernsehen. Ladridschani deutete zugleich an, dass Teheran den Soldaten auch den Prozess machen könnte. Die Türkei bot an, dass auch ein türkischer Diplomat die Briten besuchen könnte. Die Türkei unterhält sowohl gute Beziehungen zum Westen als auch zum Iran.

Großbritannien hatte erreichen wollen, dass der Sicherheitsrat Teheran verurteilt und die «sofortige» Freilassung der Soldaten fordert. Die 15 Mitglieder verständigten sich jedoch lediglich darauf, einen Aufruf von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nach einer «baldigen Lösung des Problems, einschließlich der Freilassung der Soldaten» zu unterstützen. Das sei keine gute Stunde für den Sicherheitsrat gewesen, kritisierte die amerikanische UN-Vertreterin Jackie Sanders. (nz/dpa/AP)