02. Mrz 2007 14:25, ergänzt 16:41
Autonome machen die Sozialdemokraten in Dänemark für die Zwangsräumung eines Jugendzentrums verantwortlich. Sie drangen deshalb vorübergehend in den Sitz der Partei ein.
Die Protestierer begründeten die Aktion damit, dass die Partei von Oberbürgermeisterin Ritt Bjerregaard die Zwangsräumung des seit 1981 besetzten «Ungdomshuset» zu verantworten habe. Sie rückten aber widerstandlos aus der Parteizentrale ab, als die Polizei anrückte.Autonome hatten sich am Donnerstag Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Dabei wurden 25 Menschen verletzt und mehr als 200 festgenommen.
Haftrichter verhängten inzwischen Haftbefehle gegen insgesamt 92 Jugendliche ab 15 Jahren. 20 von ihnen seien Minderjährige, meldete die Nachrichtenagentur Ritzau. Die Justiz wolle durch die U-Haft verhindern, dass sie erneut gewalttätig würden.
Die Sicherheitskräfte forderten unterdessen Verstärkung aus anderen Landesteilen an. «Wir überziehen die ganze Stadt mit Polizisten», sagte Polizeichef Per Larsen. Unter den Verletzten vom Donnerstag war auch ein Deutscher. Einem dänischen Demonstranten wurden durch einen Knallkörper mehrere Finger abgerissen.