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Kanada will deutsche Panzer für Afghanistan

10. Feb 2007 12:50
'Leopard 2'-Panzer
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Bald sollen deutsche «Leopard 2»-Kampfpanzer in den Kriegsgebieten Afghanistans an die Front - allerdings mit kanadischer Besatzung. Die Bundesregierung ist bereit, dem Deal zuzustimmen.

Kanada will für den Kampf gegen die Taliban in Afghanistan deutsche «Leopard 2»-Kampfpanzer einsetzen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte am Samstag einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» über eine entsprechende Anfrage der Regierung aus Ottawa. Die Panzer sollen mit kanadischer Besatzung zum Einsatz kommen.

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Die kanadischen Streitkräfte benutzen bereits die ältere Version, den «Leo 1». Aber für den Kampf gegen die Taliban hätten die Kanadier gern das neuste auf dem Markt. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, haben die Kandaier daher angefragt, ob Deutschland etwa 20 «Leopard» in der neuen Version mit einem speziellen Schutz gegen Minen (A6M) bereitstellen könnte.

Vorteil: Höhere Feuerkraft

Weil der Hersteller Krauss-Maffei Wegmann diese nicht sofort liefern könne, will Kanada die Panzer aus deutschen Beständen für zwei Jahre leasen. Der Leo 2 besitzt dank einer leistungsstärkeren Munition eine höhere Feuerkraft als der Leo 1, ist mit einer 120 Millimeter-Kanone ausgerüstete, kann Ziele bis zu vier Kilometer Entfernung bekämpfen. Er hat einen 1200 KW-Motor und bringt es damit auf eine Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometer, was für ein 60 Tonnen-Fahrzeug beachtlich ist.

Die Bundeswehr hat etwa 40 Stück vom Typ A6M. Weitere 80 «Leopard 2»-Panzer einer älteren Version will Kanada kaufen.

Exportrichtline umgehen

Das Verteidigungsministerium steht dem Sprecher zufolge diesem Anliegen grundsätzlich positiv gegenüber. Eine abschließende Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Vermutlich auch deshalb, weil bisher für alle Bundesregierungen galt, keine Rüstungsgüter in Spannungsgebiete zu exportieren. Der Bundessicherheitsrat - ein streng geheim tagender Unterausschuss des Kabinetts - hat über jeden Ausfuhrantrag zu befinden. In ihm sitzen die Kanzlerin, die Minister für Verteidigung, des Äußeren, Inneren, der Wirtschaft und Finanzen sowie der Generalinspekteur der Bundeswehr.

Politische Beobachter gehen indessen davon aus, dass sich der Bund der Anfrage aus Kanada auf keinen Fall verweigern möchte und deshalb nach Möglichkeiten sucht, die restriktive Exportrichtline zu umgehen. Ein Leasing-Geschäft käme Berlin daher sehr entgegen, da das Leasen deutscher Panzer streng genommen kein Exportgeschäft wäre. (nz)

 
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