Todesfall im Umfeld von Ex- Spion Litwinenko
07.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Angehörigen hätten den Verdacht geäußert, der Tod stehe in Zusammenhang mit der Litwinenko-Affäre. Die Leiche wurde nach «Focus»-Angaben eilig aus London nach Russland gebracht und ohne Obduktion bestattet. Als Todesursache hätten die russischen Behörden einen Herzinfarkt angegeben.
Mehr als zwei Monate nach Giftanschlag Litwinenko fanden Experten in einem weiteren Londoner Restaurant Spuren von Polonium 210. Die Rückstände der strahlenden Substanz wurden in einem italienischen Restaurant namens «Pescatore» im Nobel-Stadtteil Mayfair entdeckt, das häufig von Exil-Russen besucht wird. Der Kreml-Kritiker Litwinenko war nach Informationen der Tageszeitung «The Times» dort allerdings nie.
Die Gefahr durch die neu entdeckten Spuren wird von den Gesundheitsbehörden als äußerst gering eingeschätzt. «Auf der Grundlage der Messungen gibt es keinen Grund zur Sorge», sagte ein Sprecher. Bislang wurden allein in London an 13 verschiedenen Stellen Polonium 210-Rückstände gefunden. Der ehemalige KGB-Agent Litwinenko war drei Wochen nach dem Polonium-Anschlag, der sich vermutlich am 1. November zutrug, in einer Londoner Klinik gestorben. Der Verdacht richtet sich vor allem gegen ehemalige Kollegen. Als Ex-Geheimdienstchef stand vor allem auch Russlands Präsident Putin unter Kritik. (nz)

