netzeitung.deRussischer Ex-Agent in Frankreich in Panik

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Aufnahme vom 10.12.: BKA-Beamte tragen Kiste in Hamburg (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Aufnahme vom 10.12.: BKA-Beamte tragen Kiste in Hamburg
Foto: dpa
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Der russische Ex-Geheimagent Limarjow hat sich in seinem französischen Haus verbarrikadiert. Er habe Angst, genauso wie Ex-Agent Litwinenko vergiftet zu werden, sagte er. In Moskau wurde der dritte Hauptzeuge in dem Fall vernommen.

Die Affäre um den Giftmord am russischen Ex-Spion Alexander Litwinenko hat nun auch Frankreich erreicht. Ein früherer russischer Geheimdienstagent bat dort die Behörden um Polizeischutz. Der Kreml-Kritiker Jewgeni Limarjow fürchtet um sein Leben, weil er in Verbindung zu Litwinenko stand. Limarjow sagte der Zeitung «Le Parisien», er habe sich in seinem Haus verbarrikadiert.

Litwinenko war im Herbst mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 vergiftet worden. Limarjow verwies auf eine mysteriöse Todesliste, auf der sein Name als Nummer drei hinter Litwinenko und dem italienischen Geheimdienstexperten Mario Scaramella stehe. Er habe Scaramella über angebliche Machenschaften russischer Geheimdienst-Veteranen informiert. Es sei um «Verschwörungen der Veteranen-Organisation »Würde und Ehre«» gegen Scaramella und den italienischen Senator Paolo Guzzanti gegangen, der einen Parlamentsausschuss zur russischen Geheimdiensttätigkeit in Italien leitet.

In Moskau wurde unterdessen der dritte Hauptzeuge, Ex-Geheimdienstler Wjatscheslaw Sokolenko, vernommen. Der Chef eines Sicherheitsdienstes, der ein Treffen mit Litwinenko in einem Londoner Hotel bestreitet, habe Dutzende von Scotland-Yard- Beamten vorbereitete Fragen beantwortet, meldete die Agentur Interfax. Sokolenko war mit seinen Geschäftspartnern Dmitri Kowtun und Andrej Lugowoi angeblich zu einem Fußballspiel nach London gereist.

Hamburger Mieter zurück im Haus
Auch Lugowoi beteuerte seine Unschuld. «Ich versuche, den britischen Ermittlern so gut es geht zu helfen», sagte der 40-jährige in einem Telefon-Interview der «Süddeutschen Zeitung».

In Hamburg konnten die Mieter eines Hauses, das wegen Polonium- Spuren evakuiert worden war, nach einer Woche wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Kowtun hatte radioaktive Spuren bei Freunden und der Familie seiner Ex-Frau in Hamburg und Umgebung hinterlassen. Nach dem bisherigen Wissensstand der Sonderkommission «Dritter Mann» war Kowtun bei seiner Ankunft am 28. Oktober bereits mit Polonium verstrahlt. Von Hamburg flog er nach London, wo er sich am 1. November mit Litwinenko und Lugowoi traf. Litwinenko starb drei Wochen später, Kowtun und auch Lugowoi werden nach eigenen Angaben in einem Krankenhaus in Moskau behandelt. (nz)