07.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Der italienische Ministerpräsident Prodi
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Rund 700.000 ungültige Stimmzettel in Italien werden kontrolliert. Eine Änderung am Ergebnis der Parlamentswahl wird jedoch ausgeschlossen.
Acht Monate nach der italienischen Parlamentswahl hat eine Senatskommission am Donnerstag beschlossen, dass etwa 700.000 Stimmzettel nachgezählt werden.
Zunächst sollen nicht ausgefüllte und ungültige Wahlzettel aus sieben Regionen überprüft werden, hieß es. Falls sich dabei Unregelmäßigkeiten zeigten, werde auch in den übrigen Regionen nachgezählt, berichteten italienische Medien am Donnerstag.
Experten schließen es jedoch aus, dass diese Nachzählung den Wahlsieg der Mitte-Links-Koalition der Partei von Ministerpräsident Romano Prodi gefährdet. Die Kommission hat nur politische, aber keine juristische Gewalt.
Auszählung manipuliert?Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der bei den Wahlen gegen Prodi verloren hatte, nannte die Entscheidung einen «ersten positiven Schritt». Berlusconi hatte gleich nach den Wahlen Anfang April von Unregelmäßigkeiten gesprochen und das Ergebnis zunächst nicht anerkannt.
Später gab es allerdings auch Vorwürfe, wonach Berlusconis Mitte-Rechts-Lager die Stimmenauszählung manipuliert habe: Mittels eines Computerprogramms sollen dabei Hunderttausende leer abgegebener Stimmzettel für die Berlusconi-Allianz gezählt worden sein.
Die Mitte-Links-Koalition hatte die Wahl nach einer spannenden Auszählung mit nur 25.000 Stimmen Vorsprung gewonnen. (nz)