netzeitung.deChristen im Irak geköpft

 Herausgeber: netzeitung.de

Im Irak machen Extremisten laut Menschenrechtlern gezielt Jagd auf Christen. Unter den jüngst Ermordeten ist auch ein 14-jähriger Junge.

Christen im Irak müssen laut der Gesellschaft für bedrohte Völker zunehmend um ihr Leben fürchten. Vor zehn Tagen hätten Unbekannte in der Stadt Bakuba einen 14-jährigen Jungen überfallen und geköpft, teilte die Menschenrechts-Organisation am Dienstag in Göttingen mit. Die Angreifer hätten den Jungen vor dem Mord als «Ungläubigen» beschimpft.

In der nordirakischen Provinzhauptstadt Mossul wurde zudem am vergangenen Sonntag ein 22-jähriger assyrisch-chaldäischer Christ enthauptet.

«Diese Verbrechen reihen sich ein in eine Kette von Morden an Einzelpersonen, Bombenanschlägen gegen Kirchen und kirchliche Einrichtungen, Vergewaltigungen und Entführungen, die sich gezielt gegen im Irak lebende Christen richten», sagte der Nahost-Referent der Organisation, Kamal Sido.

So sei am 11. Oktober die enthauptete Leiche des syrisch-orthodoxen Priesters Paul Alexander in Mossul entdeckt worden, sagte Sido. Am gleichen Tag hätten Islamisten den christlichen Pfarrer Joseph Fridon Petros in Bagdad ermordet.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation versuchen die meisten irakischen Christen, das Land wegen der ausufernden Gewalt zu verlassen. Der Terror gegen Christen im Irak verschärfe sich täglich so dramatisch, dass nun die überwiegende Mehrheit von ihnen versuche, sich und ihre Familien zu retten. (nz)