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Ahmadinedschad kritisiert Mohammed-Video

08. Okt 2006 19:11, ergänzt 22:15
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad Foto: dpa
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Der Iran und verschiedene islamische Organisationen haben empört auf die Ausstrahlung eines Mohammed-Videos im dänischen TV reagiert. Die Aufnahmen entstanden bei einer Veranstaltung der Dänischen Volkspartei.

Ein Dreivierteljahr nach dem Streit um zwölf Mohammed-Karikaturen hat ein dänisches Video mit bewusster Verhöhnung des Propheten zu neuen Protesten in der islamischen Welt und Streit in Kopenhagen geführt. Islamische Organisationen in Indonesien sowie die ägyptische Muslimbruderschaft forderten zu Protest- und Boykottaktionen auf.

Mehr in der Netzeitung:
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad warnte vor neuen heftigen Protesten in der islamischen Welt. «Jene, die geschwiegen haben zu den lächerlichen Beleidigungen gegen den großen Propheten des Islam, sollten wissen: Wenn die Wut der Muslime anschwillt wie ein wilder Ozean, dann wird sie garantiert außer Kontrolle geraten», sagte er am Sonntag bei einer Kabinettssitzung in Teheran. «Ungezogene Menschen ohne Werte stehen hinter diesen Beleidigungen», sagte er laut der Nachrichtenagentur Mehr.

Mohammed in «erniedrigendster Weise»

Das dänische Fernsehen hatte am Freitag ein heimlich gefilmtes Video über einen «Wettstreit» der Jugendorganisation der Dänischen Volkspartei (DVP) gezeigt, bei dem es darum ging, wer den Propheten Mohammed in der «erniedrigendsten Weise» zeichnen könne.

Dänemarks rechtsliberaler Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen arbeitet mit der DVP parlamentarisch eng zusammen und ist von ihr als Mehrheitsbeschafferin abhängig. In dem Video, das aus dem August stammt, war Mohammed unter anderem als urinierendes Kamel und als volltrunkener Bombenleger dargestellt. Der außenpolitische DVP-Sprecher Søren Espersen sagte dazu: «Das ist doch klasse. Wir können lächerlich machen, wen wir wollen. Ob es nun Mohammed, Jesus, Buddha oder unsere Vorsitzende ist.»

50 Tote

Die größte dänische Zeitung «Jyllands-Posten» hatte die Veröffentlichung von zwölf Mohammed-Karikaturen gegen das im Islam geltende Abbildungsverbot des Propheten vor einem Jahr damit begründet, dass auch Muslime sich daran gewöhnen müssten, wie alle anderen «verspottet, verhöhnt und lächerlich gemacht» zu werden. Vier Monate später entbrannten in der islamischen Welt massive Straßenproteste, bei denen mehr als 50 Menschen starben.

Ebenfalls am Wochenende wurde bekannt, dass 66 prominente Dänen führende DVP-Politiker wegen rassistischer Hetze angezeigt haben. Sie legten dazu auch Zitate von Parteichefin Pia Kjærsgaard vor, die im vergangenen Jahr über muslimische Zuwanderer in Dänemark unter anderem geäußert hatte: «Tausende und Abertausende Menschen, die sich ganz offensichtlich auf einem zivilisatorischen, kulturellen und geistigen Niveau des Jahres 1005 statt 2005 befinden.»

Protest bei Botschaftern

Das iranische Außenministerium teilte mit, Teheran werde bei den Botschaftern Dänemarks und Finnlands, das derzeit den EU-Ratsvorsitz hat, Protest einlegen. Auch die iranische Botschaft in Kopenhagen verurteilte die dänische Regierung wegen des «den Islam und den Propheten beleidigenden Videos».

Die ägyptische Muslimbruderschaft forderte einen neuen Boykott dänischer Waren und rief alle Muslime dazu auf, «ihre Entrüstung zu zeigen, aber bewusst und bedacht». Nach den Mohammed-Karikaturen und den Papst-Äußerungen zum Islam künde «die Wiederholung solcher Akte nur von der tief sitzenden Feindschaft, welche einzelne westliche Länder gegen den Islam und seinen Propheten hegen», hieß es in einer in Kairo verbreiteten Stellungnahme.

Die Muslimbruderschaft, die in Ägypten als Partei verboten ist, gilt als einflussreichste Vereinigung des politischen Islams. Sie hat Ableger in vielen islamischen Ländern. (nz)

 
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