Die mit zusammen zwei Millionen Kronen (220.000 Euro) dotierten drei anderen Alternativen Nobelpreise gingen an den amerikanischen Publizisten Daniel Ellsberg, die indische Frauenrechtlerin Ruth Manorama und das kolumbianische Medellín-Lyrikfestival. Ellsberg hatte als Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums Ende der sechziger Jahre die geheimen «Pentagon-Papiere» an Medien weitergeleitet, mit denen unwahre Angaben der Regierung über den Vietnam-Krieg enthüllt werden konnten. Als klassischer «Whistleblower» (Skandalaufdecker) kam er zu internationaler Berühmtheit.
Die 1952 geborene Inderin Ruth Manorama erhielt einen Preis als Frauenrechtlerin und für die Bekämpfung des Kastensystems in ihrer Heimat. Das ab 1991 durchgeführte Poesiefestival im kolumbianischen Medellín wurde ausgezeichnet, weil es unter den Bedingungen stark verbreiteter Gewalt durch Drogenhändler und anderen zeige, dass «Kreativität, Schönheit, freier Ausdruck und Kommunikation inmitten tiefer Angst und Gewalt blühen und beide überwinden können».
Die Alternativen Nobelpreise wurden 1980 vom Deutsch-Schweden Jakob von Uexküll gestiftet. Sie werden am 8. Dezember im schwedischen Reichstag überreicht. Letzter deutscher Preisträger war der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer als Pionier der Solarenergie. (nz)