netzeitung.deAlternativer Nobelpreis an Brasilianer Ferreira

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Demonstration beim diesjährigen Weltsozialforum in Caracas (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Demonstration beim diesjährigen Weltsozialforum in Caracas
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Gründer des Weltsozialforums hat den Alternativen Nobelpreis erhalten. Whitaker Ferreira wurde auch für seinen Kampf gegen Korruption geehrt. Zudem wurden eine indische Frauenrechtlerin und ein US-Publizist ausgezeichnet.

Die Stiftung «Right Livelihood Award» hat in Stockholm die Alternativen Nobelpreise vergeben. Der Ehrenpreis ging an den Brasilianer Whitaker «Chico» Ferreira, der das Weltsozialforum geschaffen hatte. Die Juroren würdigten auch seinen Kampf gegen die Korruption in seiner Heimat.

Wie die Stiftung am Donnerstag mitteilte, erhält der 1931 geborene Katholik den nicht dotierten Preis für seine «lebenslange Arbeit für soziale Gerechtigkeit», mit der er gezeigt habe, dass «eine andere Welt möglich ist».

So lautete das Motto des 2001 von Ferreira im brasilianischen Porto Alegre organisierten ersten Weltsozialforums. Das Treffen war als Gegengewicht zum Weltwirtschaftsforum für Topmanager und Regierungsspitzen in Davos geschaffen worden.

Der als Architekt ausgebildete Whitaker engagierte sich in den sechziger Jahren gegen die damalige Militärdiktatur in Brasilien und arbeitete im Exil bis 1982 vor allem in Frankreich und Chile für UN-Organisationen. Nach der Rückkehr in seine Heimat engagierte er sich in Sao Paulo gegen die Bekämpfung der Korruption und für die Achtung der Menschenrechte.

Indische Frauenrechtlerin ausgezeichnet
Die mit zusammen zwei Millionen Kronen (220.000 Euro) dotierten drei anderen Alternativen Nobelpreise gingen an den amerikanischen Publizisten Daniel Ellsberg, die indische Frauenrechtlerin Ruth Manorama und das kolumbianische Medellín-Lyrikfestival.

Ellsberg hatte als Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums Ende der sechziger Jahre die geheimen «Pentagon-Papiere» an Medien weitergeleitet, mit denen unwahre Angaben der Regierung über den Vietnam-Krieg enthüllt werden konnten. Als klassischer «Whistleblower» (Skandalaufdecker) kam er zu internationaler Berühmtheit.

Die 1952 geborene Inderin Ruth Manorama erhielt einen Preis als Frauenrechtlerin und für die Bekämpfung des Kastensystems in ihrer Heimat. Das ab 1991 durchgeführte Poesiefestival im kolumbianischen Medellín wurde ausgezeichnet, weil es unter den Bedingungen stark verbreiteter Gewalt durch Drogenhändler und anderen zeige, dass «Kreativität, Schönheit, freier Ausdruck und Kommunikation inmitten tiefer Angst und Gewalt blühen und beide überwinden können».

Die Alternativen Nobelpreise wurden 1980 vom Deutsch-Schweden Jakob von Uexküll gestiftet. Sie werden am 8. Dezember im schwedischen Reichstag überreicht. Letzter deutscher Preisträger war der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer als Pionier der Solarenergie. (nz)