25.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Staatspräsident Giorgio Napolitano
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Der italienische Staatschef Napolitano hat das Parlament aufgefordert, über Sterbehilfe zu beraten. Damit löste er eine heftige politische Kontroverse aus.
Zwischen den Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern in Italien gibt es Streit über Sterbehilfe. Auslöser für die Kontroverse war die Forderung von Staatspräsident Giorgio Napolitano nach einer parlamentarischen Debatte über das Thema.
Wie italienische Zeitungen am Montag berichten, sagte Senatspräsident Franco Marini, das Wort Euthanasie habe keinen Platz in der politischen Debatte des Landes. Der Präsident der Abgeordnetenkammer, Fausto Bertinotti von der «Kommunistischen Wiedergründung», unterstützte dagegen Napolitanos Appell.
Gesetz über Patientenverfügungen gefordertIn Italien ist aktive wie auch passive Sterbehilfe untersagt. Marini, der früher an der Spitze der christdemokratischen Gewerkschaft CISL stand, drängt nun auf ein die Verabschiedung eines Gesetzes über Patientenverfügungen.
Vize-Ministerpräsident Francesco Rutelli von der linksliberalen Partei «Margherita» lehnte unterdessen eine politische Diskussion über das Thema Sterbehilfe als «absurd» ab. Der ehemalige Landwirtschaftsminister Gianni Alemanno von den oppositionellen Rechtsnationalen kritisierte das Vorgehen Napolitanos: Ein Staatspräsident sollte keinen Anstoß zu Debatten geben, «die das Land spalten und unserer Kultur fremd sind».
Italiener befürworten SterbehilfeNach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipso waren im vergangenen Oktober allerdings nur 37 Prozent der 1002 Befragten gegen Sterbehilfe. Knapp sechzig Prozent forderten hingegen eine Aufhebung des Sterbehilfe-Verbots. (nz)