netzeitung.deChina droht Norwegen wegen Nobelpreisvergabe

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Sollte die chinesische Menschenrechtlerin Kadeer den Friedensnobelpreis erhalten, werde dies das Klima zwischen den beiden Ländern verschlechtern. So droht China dem skandinavischen Land.

Chinesische Regierungsstellen haben Norwegen vor einer Vergabe des Friedensnobelpreises an die Menschenrechtlerin Rebiya Kadeer gewarnt. Wie Mitglieder des außenpolitischen Parlamentsausschusses am Freitag in der Zeitung «Aftenposten» berichteten, habe ihnen bei einem Besuch in Peking unter anderem Vize-Außenminister Zhang Yesui mit einer «Verschlechterung der Beziehungen» zwischen beiden Ländern gedroht, falls das Nobelkomitee sich bei der Vergabe am 13. Oktober für die im US-Exil lebende Kadeer entscheide.

Die 1947 geborene frühere Volkskongressabgeordnete wurde 1999 wegen ihres Einsatzes für die uigurische Minderheit, der sie angehört, zu acht Jahren Haft verurteilt und 2004 vorzeitig entlassen. Der Staatssekretär im Osloer Außenministerium, Raymond Johansen, nannte die chinesischen Drohungen «völlig inakzeptabel» und «ungehörig». Das Nobelkomitee sei völlig unabhängig von Regierungsstellen.

Die Pekinger Führung hatte bei der Vergabe des Preises 1989 an den Dalai Lama als geistliches und politisches Oberhaupt der Tibeter in China heftig protestiert. In den folgenden Jahren wurde Oslo mehrfach vor einer Vergabe an die Dissidenten Wang Dan und Wei Jingsheng gewarnt. (nz)