Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

Hisbollah-Chef Nasrallah weist Merkel zurecht

22. Sep 2006 17:41, ergänzt 18:48
Hassan Nasrallah
Bild vergrößern
Der Führer der radikal-islamischen Hisbollah hat bei einem öffentlichen Auftritt mit scharfen Worten die Israel-Nähe Deutschlands kritisiert. Bundeskanzlerin Merkel drohte er mit Gewalt gegen UN-Soldaten.

Der Führer der radikal-islamischen Hisbollah im Libanon, Scheich Hassan Nasrallah, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel heftig angegriffen. Seine Kritik entlud sich an der Aussage Merkels, dass das deutsche Marinekontingent, das vor die Küste des Libanons geschickt wird, um die Waffenruhe zu überwachen, der Sicherheit Israels diene.

Mehr in der Netzeitung:
Die Deutschen sollen als Teil der UN-Friedenstruppe Unifil das Seegebiet vor der libanesischen Küste überwachen und den Waffenschmuggel in den Libanon verhindern. «Sie (Merkel) sagt, ihr Ziel sei es, Israel zu schützen», donnerte Nasrallah in die Menge, die ihm bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem 12. Juli in Sprechchören zujubelte. «Aber ich sage ihr», fuhr er fort, «selbst wenn sie die See, den Luftraum und das Land überwachen, unsere Bewegung wird dadurch nicht geschwächt.»

Mit Blick auf Aussagen des israelischen Militärs, das angegeben hatte, den Großteil der weiterreichenden Raketen der Hisbollah zerstört zu haben, sagte er: «Ich kann ihnen versichern, dass wir unsere militärische Infrastruktur erneuert und jetzt mehr als 20.000 Raketen haben.»

Nasrallah dankte Gott «für den Sieg» in der mehr als 30-tägigen bewaffneten Auseinandersetzung mit Israel, die am 14. August durch eine Waffenruhe beendet wurde, und rief: «Ihr seid das großartigste Volk der Welt!»

Der Hisbollah-Führer war nach Ausbruch der Kampfhandlungen, die am 12. Juli durch die Verschleppung zweier israelischer Soldaten durch Hisbollah-Kämpfer ausgelöst worden waren, in den Untergrund gegangen. Israel hatte ihm gedroht, auch ihn persönlich als militärisches Ziel zu betrachten. Seitdem hatte er sich in Fernseh-Botschaften an die libanesische und internationale Öffentlichkeit gewandt. Israel nahm die Warnung bislang nicht zurück.

«Sie haben uns gedroht, diese Tribüne zu bombardieren, und ihr habt euch als mutig erwiesen», rief er seinen Anhängern zu. «Vor euch zu stehen, bedeutet eine große Gefahr für euch und für mich. Aber ich habe mich geweigert, diese Rede über den Fernsehschirm zu halten, und möchte trotz der Gefahr direkt zu euch sprechen.»

Die libanesische Regierung will indessen die Hisbollah-Miliz in eine Brigade der Streitkräfte integrieren und im Südlibanon einsetzen. Diese Brigade «könnte unter Kontrolle der Armee eine Rolle beim Schutz der Dörfer im Süden haben», sagte Verteidigungsminister Elias Murr der Pariser Zeitung «Le Monde». Er wolle Hisbollah-Führer Nasrallah glauben, dass die Waffen seiner Miliz dem Schutze des Libanons dienten und «keine Karte des Irans» seien. (nz)

 
DruckenVersenden
  • Bookmark:
  • Mister Wong Webnews Yigg Linkarena Google My Space Del.icio.us Oneview Facebook Twitter
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Justizministerium bestätigt bestialische Attacken: 
Häftling in sächsischem Jugendgefängnis gefoltert
Parteitag in Hamburg: 
Piratenpartei will Bundestag entern
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Aus anderen Ressorts
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
  •  Berlin 20°
  •  Hamburg 15°
  •  Köln 20°
  •  Frankfurt 21°
  •  Stuttgart 18°
  •  München 17°
Anzeigen:
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2009 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.