Iran missachtet UN-Ultimatum: Uran-Anreicherung fortgesetzt: 

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Iran missachtet UN-Ultimatum Uran-Anreicherung fortgesetzt 

Lupe Iran missachtet Sicherheitsrats-Ultimatum

Erste Details des Berichts der Internationalen Atombehörde über den Iran liegen vor. Demnach gibt es keine Anzeichen dafür, dass das islamische Land die Uran-Anreicherung wie von der Uno gefordert aussetzt.

Der Iran zeigt laut einem Bericht der Internationalen Atombehörde IAEA keine Anzeichen für einen Stopp seiner umstrittenen Uran-Anreicherung. So zitiert die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag aus dem noch nicht veröffentlichten Bericht.

Im Bericht stünde aber nichts darüber, ob der Iran die Anreicherung auch am Donnerstag fortsetzte – dem letzten Tag vor Ablauf eines Ultimatums des Weltsicherheitsrates. Es hieß nur, neue Arbeiten seien aufgenommen worden.

Inspektoren der IAEA hatten im Iran am Dienstag Informationen über das Atomprogramm gesammelt. Die AP meldete mit Berufung auf IAEA-Kreise, dabei hätten sie festgestellt, dass das Land in Zentrifugen noch am Dienstag Urangas für die Anreicherung verarbeitet hat.

Auch der US-TV-Sender CNN zitierte am Donnerstag erste Einzelheiten aus dem noch nicht veröffentlichten Bericht an den Sicherheitsrat. Danach habe Teheran die Urananreicherung zwar nicht suspendiert, aber auch weder quantitativ noch qualitativ ausgeweitet. Wie seit Monaten seien 164 Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb.

Sollte der Iran die Uran-Anreicherung nicht einstellen, kann der Weltsicherheitsrat nun Sanktionen beschließen. Schon am Dienstag hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad mitgeteilt, dass sein Land die Urananreicherung nicht aufgibt.

Bush fordert Konsequenzen
US-Präsident George W. Bush forderte erneut Konsequenzen für den Iran. Der Iran habe auf einen vernünftigen Vorschlag der internationalen Gemeinschaft mit Missachtung reagiert, sagte Bush am Donnerstag vor einer Veteranenvereinigung in Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah. Die internationale Gemeinschaft dürfe jetzt nicht zulassen, dass der Iran Atomwaffen entwickle. Die USA hielten aber an einer diplomatischen Lösung fest.

Jetzt müsse der Weltsicherheitsrat Sanktionen beschließen, forderte der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton am Donnerstag in New York. Russland und China hätten gar keine andere Wahl mehr.

Der Iran teilte dagegen mit, der IAEA-Bericht zeige, dass das Land mit den Rüstungskontrolleuren zusammengearbeitet habe. Die Vorwürfe der USA hätten sich als falsch erwiesen, sagte der stellvertretende Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammad Saidi.

In einem Kompromissvorschlag hatte die internationale Gemeinschaft dem Iran zuvor wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit für den Fall angeboten, dass er sein umstrittenes Atomprogramm aufgibt.

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana will nach Angaben aus Diplomatenkreisen schon bald mit dem Chefunterhändler für das iranische Atomprogramm, Ali Laridschani, zusammentreffen. Darauf hätten sich beide am Donnerstag in einem Telefongespräch geeinigt. Ein genaues Datum stehe aber noch nicht fest, sagte ein EU-Diplomat. (nz)