Iran missachtet UN-Ultimatum: Uran-Anreicherung fortgesetzt:
Iran missachtet Sicherheitsrats-Ultimatum
Inspektoren der IAEA hatten im Iran am Dienstag Informationen über das Atomprogramm gesammelt. Die AP meldete mit Berufung auf IAEA-Kreise, dabei hätten sie festgestellt, dass das Land in Zentrifugen noch am Dienstag Urangas für die Anreicherung verarbeitet hat.
Auch der US-TV-Sender CNN zitierte am Donnerstag erste Einzelheiten aus dem noch nicht veröffentlichten Bericht an den Sicherheitsrat. Danach habe Teheran die Urananreicherung zwar nicht suspendiert, aber auch weder quantitativ noch qualitativ ausgeweitet. Wie seit Monaten seien 164 Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb.
Sollte der Iran die Uran-Anreicherung nicht einstellen, kann der Weltsicherheitsrat nun Sanktionen beschließen. Schon am Dienstag hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad mitgeteilt, dass sein Land die Urananreicherung nicht aufgibt.
Jetzt müsse der Weltsicherheitsrat Sanktionen beschließen, forderte der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton am Donnerstag in New York. Russland und China hätten gar keine andere Wahl mehr.
Der Iran teilte dagegen mit, der IAEA-Bericht zeige, dass das Land mit den Rüstungskontrolleuren zusammengearbeitet habe. Die Vorwürfe der USA hätten sich als falsch erwiesen, sagte der stellvertretende Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammad Saidi.
In einem Kompromissvorschlag hatte die internationale Gemeinschaft dem Iran zuvor wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit für den Fall angeboten, dass er sein umstrittenes Atomprogramm aufgibt.
Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana will nach Angaben aus Diplomatenkreisen schon bald mit dem Chefunterhändler für das iranische Atomprogramm, Ali Laridschani, zusammentreffen. Darauf hätten sich beide am Donnerstag in einem Telefongespräch geeinigt. Ein genaues Datum stehe aber noch nicht fest, sagte ein EU-Diplomat. (nz)
