netzeitung.deIran profitiert von Anti-Terror-Kampf der USA

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Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad
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Der Anti-Terror-Kampf der USA hat einen unbeabsichtigten Nebeneffekt: Der Einfluss des Iran im Mittleren Osten wächst. Auch kann das Land den Westen im Atomstreit so weiter hinhalten. Thema: Atomstreit mit Iran Irans Atom-Antwort ist «sehr, sehr lang» Iran: «Endgültiges» Atom- Abkommen möglich Steinmeier bezweifelt Lösbarkeit von Atomstreit

Ein britisches Forschungsinstitut sieht den Iran als größten Nutznießer des Anti-Terror-Kampfes der US-Regierung. Die Kriege in Afghanistan und im Irak hätten den Einfluss der Teheraner Regierung in der Region gestärkt, geht aus einer Studie des Royal Institute for International Studies in London hervor.

Mit Unterstützung ihrer Verbündeten hätten die USA die Regierungen von zwei mit dem Iran rivalisierenden Ländern gestürzt, schätzen die Forscher ein. Die kürzlichen Militäraktionen Israels gegen radikale Palästinenser im Gazastreifen und die schiitische Hisbollah-Miliz im Südlibanon hätten für weitere Instabilität gesorgt, von der der Iran habe profitieren können. Teheran habe inzwischen sogar die USA aus ihrer Vormachtstellung im Mittleren Osten verdrängt.

Einer der Autoren der Studie, der Historiker Ali Ansari, sagte einem britischen Radiosender, die USA müssten nun ihre gesamte Iran-Politik auf den Prüfstand stellen. Die starke Stellung des Iran erkläre auch, warum das Land dem Druck des Westens im Atomstreit anhaltenden Widerstand leiste.

Hisbollah-Unterstützer
Das Land hatte nach mehrmonatiger Bedenkzeit am Dienstag auf ein internationales Angebot reagiert, in dem Iran wirtschaftliche Zusammenarbeit angeboten wurde. Im Gegenzug sollte das Land sein Atom-Forschungsprogramm aufgeben. Iran steht international unter Verdacht, dieses Programm nicht nur zu friedlichen Zwecken zu unterhalten.

Im jüngst eskalierten Nahostkonflikt ist Iran verdächtig, die schiitische Hisbollah-Miliz maßgeblich im Kampf gegen Israel zu unterstützen. Die Miliz hatte seit Mitte Juli Israael mit Raketen attackiert, Israel reagierte mit Bombardements und Bodentruppen. Seit knapp zwei Wochen herrscht eine von der Uno beschlossene Waffenruhe, die bisher nur durch einzelne Gefechte unterbrochen wurde. (nz)