Nach der Kongo-Wahl drohen heikle Gerüchte
Erste Vorwürfe der Manipulation gab es dennoch: Von der Partei des Präsidentschaftskandidaten und früheren Rebellenchefs Azarias Ruberwa von der RCD-Goma. Einige Wähler hätten ihre Stimme nicht abgeben dürfen, weil andere bereits unter ihrem Namen gewählt hatten, sagte er. Die Wahlkommission kündigte Untersuchungen an.
Malu Malu warnte vor der Verbreitung von Gerüchten und voreiligen Hochrechnungen. «Sie lieben Gerüchte hier», sagte er. Selbst wenn die Wahlen noch so gut organisiert waren, könnten unfundierte Betrugsvorwürfe ausreichen,
den Zorn der Verlierer anzustacheln.
Das vorläufige Endergebnis soll am 20. August verkündet werden. Die Regionalwahl und die voraussichtlich notwendige Stichwahl für die Präsidentschaft sind nach Angaben der Wahlkommission für den 29. Oktober geplant.
Bei der Präsidentenwahl traten 32 Herausforderer gegen Staatschef Joseph Kabila an, der seit dem Ende des Bürgerkriegs 2003 einer Übergangsregierung vorsteht. Für die 500 Sitze im Parlament kandidierten mehr als 9000 Bewerber. Als wahlberechtigt waren fast 26 Millionen der rund 60 Millionen Kongolesen registriert. In Kinshasa schützte eine EU-Mission die Wahlen, darunter auch 780 Soldaten der Bundeswehr. (nz)
