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Lupe Nach der Kongo-Wahl drohen heikle Gerüchte

Einen Tag nach den ersten freien Wahlen im Kongo seit 40 Jahren sind mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt. Endergebnisse wird es aber erst in Wochen geben. Die Wahlkommission warnte vor Gerüchten und vorschnellen Hochrechnungen.

Einen Tag nach den Wahlen im Kongo sind bisher mehr als 60 Prozent der Stimmen ausgezählt worden. Das sagte der Vorsitzende der Wahlkommission, Apollinaire Malu Malu, in Kinshasa. Die Zwischenergebnisse wurden bereits in den Wahlbüros landesweit ausgehängt, berichtete die britische BBC.

Weltweit wurden die Wahlen im Kongo als wichtiger Schritt zur Demokratie begrüßt. EU-Entwicklungskommissar Louis Michel sagte, isolierte gewaltsame Vorfälle könnten die Bedeutung der Abstimmung nicht entwerten.

Erste Vorwürfe der Manipulation gab es dennoch: Von der Partei des Präsidentschaftskandidaten und früheren Rebellenchefs Azarias Ruberwa von der RCD-Goma. Einige Wähler hätten ihre Stimme nicht abgeben dürfen, weil andere bereits unter ihrem Namen gewählt hatten, sagte er. Die Wahlkommission kündigte Untersuchungen an.

Wahlen verlängert
In der zweitgrößten Stadt des Landes, Mbuji-Mayi wurde die Abstimmung um einen Tag verlängert, weil militante Wahlgegner am Sonntag die Wahlen zeitweise verhindert hatten. 170 Wahllokale wurden unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen nochmals geöffnet.

Malu Malu warnte vor der Verbreitung von Gerüchten und voreiligen Hochrechnungen. «Sie lieben Gerüchte hier», sagte er. Selbst wenn die Wahlen noch so gut organisiert waren, könnten unfundierte Betrugsvorwürfe ausreichen,
den Zorn der Verlierer anzustacheln.

Das vorläufige Endergebnis soll am 20. August verkündet werden. Die Regionalwahl und die voraussichtlich notwendige Stichwahl für die Präsidentschaft sind nach Angaben der Wahlkommission für den 29. Oktober geplant.

Bei der Präsidentenwahl traten 32 Herausforderer gegen Staatschef Joseph Kabila an, der seit dem Ende des Bürgerkriegs 2003 einer Übergangsregierung vorsteht. Für die 500 Sitze im Parlament kandidierten mehr als 9000 Bewerber. Als wahlberechtigt waren fast 26 Millionen der rund 60 Millionen Kongolesen registriert. In Kinshasa schützte eine EU-Mission die Wahlen, darunter auch 780 Soldaten der Bundeswehr. (nz)