Nach Interview brutal verprügelt: Chinesischer Menschenrechtler gelähmt:
Chinese nach ARD-Interview brutal verprügelt
13.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Laut Angaben der Menschenrechtsgruppe Human Rights in China (HRiC) ist Fu Xiancai nun von den Schultern abwärts gelähmt. Er sei auf dem Rückweg von einem Polizeiverhör wegen des Interviews von einem Angreifer mit einem schweren Objekt von hinten niedergeschlagen worden. Ihm seien Halswirbelknochen gebrochen. Der Aktivist habe mehrfach Todesdrohungen erhalten und sei unter Androhung von Gewalt aufgefordert worden, seine Proteste gegen die Umsiedlung für das Staudammprojekt am Jangtse-Strom in Zentralchina einzustellen.
Der Intendant des Norddeutschen Rundfunks, Jobst Plog, hat wegen der Attacke beim chinesischen Botschafter in Berlin protestiert. In dem Schreiben fordert Plog den Botschafter Ma Canrong auf, «alles in Ihren Kräften Stehende zu veranlassen, dass dem schwer verletzten Fu Xiancai jede notwendige und mögliche medizinische Versorgung zuteil wird». Es stehe «außer Zweifel», dass der Überfall ein «Racheakt unter anderem wegen seiner Äußerungen im Deutschen Fernsehen» gewesen war, schrieb Plog.
In dem Mittagsmagazin- und Tagesthemen-Bericht am 19. Mai über den Abschluss der Bauarbeiten für den umstrittenen Staudamm am Jangtse- Strom hatte Fu Xiancai beklagt, er habe wie viele andere Menschen nicht die versprochenen Entschädigungen für die Umsiedlung bekommen. «Ich war 15-mal in Peking, um mich bei der Zentralregierung zu beschweren, über 50-mal bei der Orts- und Provinzverwaltung. Nie wurde mir geholfen. Im Gegenteil: Ich wurde bedroht und geschlagen.» Das ARD-Studio in Peking hatte das Interview-Material angeboten bekommen und für seinen Bericht verwendet. (nz)

