05. Jun 2006 13:37
Rund 1700 Verleger und Journalisten haben sich am Montag zum Weltzeitungskongress in Moskau versammelt. Gast der Eröffnungsveranstaltung war Präsident Putin – und bekam einiges zu hören.
Auf dem Jahreskongress des Weltzeitungsverbandes in Moskau hat der Vorsitzende Gavin O'Reilly eine zunehmende Kontrolle des russischen Staates über die Medien kritisiert. Hunderte russischer Journalisten und Verleger beklagten, dass in ihrem Land zu wenig für den Schutz der Pressefreiheit getan werde, sagte O'Reilly am Montag auf der Eröffnungsveranstaltung im Kreml in Anwesenheit von Präsident Wladimir Putin. Der Staat verbreite in den Medien eine Atmosphäre der Unsicherheit und zwinge die Journalisten zur Selbstzensur.Putin wies den Vorwurf zurück, der Kreml nehme mit Hilfe des Gasförderers Gasprom und anderer loyaler Konzerne Einfluss auf die Medien. Das Gegenteil sei der Fall. «Die staatliche Kontrolle nimmt ab», sagte Putin. Die Pressefreiheit sei in Russland eine wertvolle Errungenschaft, die in der Verfassung verankert sei.
Der 59. Weltzeitungskongress wird mit 1700 Medienmanagern und Journalisten bis Mittwoch in Moskau über die Perspektiven der Branche beraten. In Vorträgen und Diskussionen soll es nach Angaben der Organisatoren um die Zukunft gedruckter Zeitungen und die Rolle von Weblogs und Internetportalen gehen. (nz)