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Niederländer empört über Pädophilen-Partei

31. Mai 2006 10:36
In den Niederlanden stößt die Absicht einer Gruppe, eine Pädophilen-freundliche Partei zu gründen, auf scharfe Kritik. Immerhin jeder Vierte lehne jedoch ein Verbot der Partei ab, heißt es.

Die angekündigte Gründung einer Pädophilen-Partei hat in den Niederlanden Empörung ausgelöst. Vor allem die Absicht der Parteigründer, Sex «auf freiwilliger Basis» zwischen Erwachsenen und Kindern von zwölf Jahren an straffrei zu stellen, wurde scharf abgelehnt, wie niederländische Zeitungen am Mittwoch berichteten.

Sprecher niederländischer Parteien sollen die Absichten der Partei-Initiatoren als absolut verwerflich bezeichnet haben. Einige hätten ein Verbot einer solchen Partei gefordert. Andere würden darauf vertrauen, dass die niederländischen Wähler den Pädophilen keine Stimmen geben würden, wenn es zu einer Parteigründung komme.

Jeder Vierte zeigt Toleranz für geplante Partei

Die Zeitung «De Telegraaf» berichtete am Mittwoch, dass laut einer repräsentativen Umfrage jeder Vierte das Verbot einer Pädophilen-Partei als unzulässige Form der Zensur abgelehnt. Zwei von drei Niederländern hätten sich allerdings dafür ausgesprochen, Förderung oder Beschönigung von Pädophilie unter Strafe zu stellen.

Die Partei «Nächstenliebe, Freiheit und Verschiedenheit» (NVD) entstehe aus der Pädophilenbewegung Martijn, berichtete die Zeitung «Algemeen Dagblad» am Dienstag. Die Partei wolle sich schon an der für 2007 geplanten Parlamentswahl beteiligen. Die Parteigründer sehen nach Angaben des Blatts ihre Hauptaufgabe darin, Pädophilie in der niederländischen Gesellschaft akzeptabel zu machen. So setzen sie sich dafür ein, die gesetzliche Altersgrenze für sexuelle Kontakte von Kindern von derzeit 16 auf zwölf Jahre zu senken und schließlich ganz abzuschaffen.

Im Rahmen der Erziehung müssten Kinder auch mit Sex bekannt gemacht werden, denn Verbote machten sie nur neugierig, zitiert die Zeitung NVD-Sprecher. Auf freiwilliger Basis sollten nach ihrer Ansicht Kinder auch ab 12 Jahren in Pornofilmen mitwirken, rauchen, Alkohol trinken und wählen dürfen. (nz)

 
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