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Bush-Regierung fälschte offenbar Nachrichten

30. Mai 2006 17:01
Die Bush-Regierung soll gefälschte Nachrichten an Fernsehsender verschickt haben
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Beschönigte Darstellungen des Irak-Krieges oder ganz einfach Produkt-Werbung: Die amerikanischen Ministerien sollen als Nachrichten getarnte Filme an Fernsehsender geschickt haben.

Die Bush-Regierung hat offenbar gefälschte Nachrichten an amerikanische Fernsehsender weitergeleitet. Einige der Nachrichten beschönigten Einsätze der US-Armee im Irak, andere seien einfach Werbung für große amerikanische Firmen, berichtet die Zeitung «The Independent».

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Die Kommunikations-Behörde des Landes untersucht jetzt den Fall, nachdem das «Zentrum für Medien und Demokratie» einen Bericht über die Vorfälle veröffentlicht hatte. Laut Bericht sollen mindestens 77 Fernsehsender die gefälschten Video-Nachrichten verbreitet haben. Keiner der Sender teilte den Zuschauern mit, dass die Neuigkeiten direkt von der Regierung kamen.

Ermittlerin: «Schlimmer als erwartet»

Dieser Verdacht habe sich bestätigt, sagte Diana Farsetta, eine der Ermittlerinnen. «Das ist außergewöhnlich. Was wir fanden, war schlimmer als das, was wir am Anfang der Ermittlungen erwartet hatten.» Farsetta zeigte sich bestürzt darüber, wie weit die Nachrichten verbreitet waren und wie oft sie wiederholt wurden.

In einem der Filme, die von der Regierung an Sender verschickt wurden, ist ein amerikanischer Soldat irakischen Ursprungs zu sehen. Er bedankt sich bei Bush für die Befreiung seines Landes. Ursprünglich stammt das Material aus dem Außenministerium. Insgesamt hätten 20 Ministerien derartige Nachrichten produziert und weitergeleitet.

Werbung von großen Firmen übernommen

Viele Nachrichten behandeln das Thema Gesundheit. Sie wurden von großen Firmen wie Pfizer, General Motors oder Intel hergestellt. Die Firmen hätten die Filme als Werbung gekennzeichnet, sagte Chuck Mulloy von Intel. Die Kennzeichnung sei jedoch von den Fernsehsendern weggeschnitten worden.

Die Ermittlungsbehörde musste handeln, weil sich 25.000 Zuschauer bei der Organisation «Free Press» über die vermeintlichen Neuigkeiten beschwert hatten. « Im Grunde sind das nur Werbung und Propaganda, die als Nachrichten verkauft werden», sagte Craig Aaron, Sprecher der Organisation.

Werbung muss gekennzeichnet werden

Die Menschen erwarteten, dass ihre Nachrichtensendungen auf richtigen Neuigkeiten basiert. Wenn ihnen Werbung für ein Produkt oder eine Politik vorgesetzt werde, müsse das kenntlich gemacht werden.

Seit einem Jahr gibt es in den USA ein Gesetz, dass Fernsehsender dazu verpflichtet, Werbung zu kennzeichnen. Verstößt ein Sender dagegen, muss er bis zu 25.000 Euro Strafe zahlen. (nz)

 
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