netzeitung.deRice plädiert für direkte Iran-Gespräche

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US-Außenministerin Rice (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe US-Außenministerin Rice
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In der US-Regierung ist eine Diskussion in Gang gekommen, ob direkt mit dem Iran verhandelt werden soll. Außenministerin Rice hält laut einem Zeitungsbericht Gespräche mit dem Land für richtig - Präsident Bush nicht.

Die USA überdenken nach einem Bericht der «New York Times» ihre jahrelange Verweigerung direkter Gespräche mit dem Iran. Außenministerin Condoleezza Rice habe eine Debatte darüber innerhalb ihres Hauses angestoßen, berichtete die Zeitung am Samstag unter Berufung auf europäische Quellen. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die US-Regierung zur Lösung des Konflikts um das iranische Atomprogramm zu direkten Gesprächen mit Teheran ermuntert.

Wie die «New York Times» weiter berichtete, machten europäische Regierungen zunehmend Druck auf Washington, direkt mit Teheran zu verhandeln. Die europäischen Führungen machten kein Geheimnis aus ihrem Wunsch nach Gesprächen, und sei es nur, um zu zeigen, dass die Amerikaner bereit sind, eine weitere Konfrontation zu vermeiden, heißt es in dem Bericht. US-Präsident George W. Bush, Vizepräsident Richard Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld seien allerdings strikt dagegen.

Laut «Spiegel» hat Merkel den deutschen Wunsch nach einer aktiveren Rolle Washingtons bereits am vergangenen Donnerstag gegenüber US-Außenministerin Condoleezza Rice zu erkennen gegeben und sie zu direkten Gesprächen mit der iranischen Führung ermuntert. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) wolle das Bemühen bei seinem Washington-Besuch Anfang dieser Woche fortsetzen und auch im US-Kongress sondieren, ob dort Gesprächsbereitschaft besteht, hieß es
weiter.

Deutsche Diplomaten äußerten dem «Spiegel»-Bericht zufolge die Ansicht, dass der Mullah-Staat womöglich nur in direkten Gesprächen zu Konzessionen bewegt werden könne. Ein Ausgangspunkt dafür könnten, so hoffe Berlin, die bereits diskret laufenden Beratungen von Amerikanern und Iranern über die Zukunft des Iraks sein. (nz)