19.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Der Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Englisch soll künftig in den USA auch die «Nationalsprache» sein. Der Senat in Washington stimmte jetzt einer entsprechenden Resolution zu. Eine bittere Niederlage für die elf Millionen illegalen Einwanderer.
Nach wochenlangen Streitigkeiten über ein neues Einwanderungsgesetz in den USA hat der Senat in Washington Englisch zur «Nationalsprache» erklärt. Mit der Resolution, für die am Donnerstagabend (Ortszeit) 63 der 100 Senatoren stimmten, wird die Regierung angehalten, die Rolle des Englischen in den USA «zu erhalten und zu fördern». In den US-Medien wurde dies einhellig als Sieg der Konservativen gewertet, die gegen eine Legalisierung der elf Millionen Illegalen in den USA sind.
Die Resolution soll in ein umfangreiches Reformpaket einfließen. Erst am Mittwoch hatte sich der Senat für den Bau eines 600 Kilometer langen dreireihigen Grenzzauns ausgesprochen. Eine Abstimmung über das Gesamtpaket wird kommende Woche erwartet. Es wird erst Gesetz, wenn ein Vermittlungsausschuss die Differenzen zwischen Senats- und Repräsentantenhausversion ausgebügelt und Präsident George W. Bush das Gesetz unterzeichnet hat.
Hilfsorganisationen, die sich für mehr Rechte für Einwanderer einsetzen, kritisierten die Resolution. «Verheerend», sagte Raul Gonzalez von der Gruppe «National Council of La Raza» der «Washington Post». Oppositionsführer Harry Reid bezeichnete die Resolution als rassistisch. Knapp 18 Prozent der Einwohner der USA sprechen zu Hause nicht Englisch. Zehn Prozent gaben bei der Volksbefragung 2000 Spanisch als Muttersprache an.
Bush besucht GrenzePräsident Bush, der gegen den Widerstand in den Reihen seiner eigenen Partei für ein Gastarbeiterprogramm wirbt und auch den Illegalen die Chance auf die US-Staatsbürgerschaft zubilligen will, beantragte am Donnerstag 1,9 Milliarden Dollar für die Grenzsicherung. Mit dem Geld soll der Anfang der Woche angekündigte Einsatz von 6000 Nationalgardisten an der Grenze zu Mexiko und die Ausbildung weiterer Grenzbeamter finanziert werden.
Bush machte sich zudem in Arizona selbst ein Bild von der Grenze. Er bezeichnete die von Konservativen geforderte Abschiebung von Millionen von Illegalen als nicht praktikabel. Wenn die Menschen Englisch lernten, Strafen und Steuern zahlten, sollten sie die Möglichkeit bekommen, die US-Staatsbürgerschaft zu beantragen. Am Grenzübergang in San Diego einige hundert Kilometer weiter westlich erschossen Grenzbeamte zum gleichen Zeitpunkt einen Grenzgänger, den sie als Schlepper verdächtigten. Fünf Passagiere in seinem Auto wurden festgenommen. (nz)