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IAEA setzt auf intensive Verhandlungen mit Iran

11. Mai 2006 22:13
IAEA-Chef El Baradei
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IAEA-Chef El Baradei hofft nach der Verschiebung einer Resolution gegen den Iran, dass alle Beteiligten einen «kühlen Kopf» zu bewahren. Doch Ahmadinedschad attackiert erneut Israel.

IAEA-Chef Mohamed El Baradei hat die Verschiebung der Entscheidung über eine Iran-Resolution ausdrücklich begrüßt. Er setze auf weitere Verhandlungen und hoffe, dass alle Beteiligten einen kühlen Kopf bewahrten, sagte der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am Donnerstag bei einem Besuch in Amsterdam. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad bekräftigte in Jakarta seine Gesprächsbereitschaft mit dem Westen und lancierte zugleich neue Attacken gegen Israel.

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  • Er sei bereit, mit jedem Land über eine Lösung des Atomstreits zu verhandeln, sagte Ahmadinedschad vor Universitätsstudenten in der indonesischen Hauptstadt. Allerdings könne ein solcher Dialog nicht unter Drohungen zu Stande kommen. «Wenn Ihnen jemand eine Waffe vors Gesicht hält und sagt, dass Sie reden müssen, würden Sie das tun?» fragte der iranische Präsident.

    Das einzige Land, mit dem er niemals verhandeln werde, sei Israel, fügte er hinzu. Dies sei «ein tyrannisches Regime, das eines Tages zerstört werden wird». Dem Westen warf er Doppelmoral vor. Ausgerechnet Staaten, die über zahlreiche Atomwaffen verfügten, wollten den Iran zum Stopp seines friedlichen Nuklearprogramms bewegen.

    «Wir verteidigen nicht nur unsere Rechte, wir verteidigen die Rechte vieler anderer Länder», betonte Ahmadinedschad vor rund 300 begeisterten Zuhörern. Die angedrohte internationale Isolierung könne Iran nicht schrecken, sondern werde die iranischen Atomwissenschaftler nur weiter motivieren.

    El Baradei fordert intensive Verhandlungen

    Die Außenminister der fünf Vetomächte im Weltsicherheitsrat und Deutschlands haben dem Iran zwei weitere Wochen Zeit gegeben, gemäß den Forderungen der IAEA die Anreicherung von Uran einzustellen. Gleichzeitig soll unter europäischer Federführung ein Angebot mit wirtschaftlichen Anreizen erstellt werden, das die zivile Nutzung der Kernenergie mit einschließen könnte. El Baradei nannte es sinnvoll, dass der Sicherheitsrat noch nicht vorpreschen wolle. Je intensiver die Verhandlungen geführt würden, desto wahrscheinlicher sei eine dauerhafte Lösung.

    Frankreich und Großbritannien haben einen Resolutionsentwurf vorgelegt, wonach dem Iran nach Kapitel 7 der UN-Charta Sanktionen drohen, falls er die Auflagen der IAEA nicht erfüllt. Dies wird von den USA und Deutschland unterstützt, nicht aber von Russland und China. Deshalb einigte man sich am Dienstagabend darauf, dem Iran zunächst ein neues Angebot zu unterbreiten, dabei allerdings gezielt auf die Möglichkeit von Sanktionen hinzuweisen. (nz)

     
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