«Die Privatsphäre des normalen Amerikaners wird bei allen unseren Aktivitäten strikt geschützt», sagte Bush. Im Kampf gegen Al Qaeda seien lediglich Auslandsgespräche abgehört worden. Im Privatleben von Millionen unschuldiger Amerikaner werden nicht herumgeschnüffelt. Alle Maßnahmen richten sich ausschließlich gegen El Kaida und ihre Verbündeten. Bush bedauerte, dass «jedes Mal, wenn Geheimdienst- Informationen bekannt werden, unsere Fähigkeit, den Feind zu schlagen, geschwächt wird».«Will mir jemand erzählen, dass zig Millionen Amerikaner etwas mit Al Qaeda zu tun haben?», kritisierte aufgebracht der demokratische Senator Patrick Leahy (Vermont). Das seien Millionen Amerikaner, die «für rein gar nichts verdächtig sind.» Es sei eine «Schande», dass der Kongress so wenig wisse und bereit sei, alles zu billigen, was diese Regierung tue.
Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein aus Kalifornien sieht eine drohende Verfassungskrise in den USA kommen. Mit den Überwachungsmaßnahmen der NSA würden Verfassungsrechte verletzt, sagte Feinstein. Der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Senat, der republikanische Senator Arlen Spector aus Pennsylvania kündigte eine Anhörung der Telefongesellschaften in dem Gremium an.
Bush war im Dezember 2005 wegen zahlreicher Lauschangriffe der NSA vom US-Kongress heftig kritisiert worden. Der Präsident verteidigte die richterlich nicht genehmigten Lauschangriffe mit dem Kampf gegen den Terrorismus. Auch republikanische Volksvertreter hatten dieses Vorgehen als verfassungsrechtlich sehr problematisch bezeichnet. (nz)