netzeitung.deIsrael droht Teheran mit Zerstörung

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Israels Vize Schimon Peres (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Israels Vize Schimon Peres
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Streit um das iranische Atomprogramm droht Israel dem Iran mit der Zerstörung. Ahmadinedschad müsse vorsichtig sein, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Peres.

Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Schimon Peres hat dem Iran die Zerstörung angedroht, wenn das Land seinerseits weiter einer Auslöschung Israels das Wort rede. Der Iran müsse mit seinen Drohungen vorsichtig sein, sagte der Friedensnobelpreisträger am Montag dem Fenrsehsender Channel 1 TV. Diejenigen, die mit Zerstörung drohten, seien in Gefahr, selbst zerstört zu werden, fügte er unter Anspielung auf den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der das Existenzrecht Israels in Frage gestellt hat, hinzu.

Der israelische Vizeregierungschef rief zugleich China und Russland auf, gemeinsam mit dem Westen Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms zu verhängen. Trete man einig auf, könne der Konflikt ohne Waffen gelöst werden.

Am Montag hatte das iranische Außenministerium mitgeteilt, Ahmadinedscha habe einen einen Brief an US-Präsident George W. Bush geschrieben. Das Schreiben sei über die Schweizer Botschaft in Teheran nach Washington gegangen. Aus dem Weißen Haus hieß es, die US-Regierung habe bisher keine Kenntnis von einem solchen Brief.

Was in dem Schreiben Ahmadinedschads steht, wollte das Teheraner Außenministerium zunächst nicht mitteilen. Es hieß lediglich, der Präsident habe neue Vorschläge gemacht, um den schwelenden Konflikt zu lösen. Der Inhalt des Briefs werde «zu gegebener Zeit» veröffentlicht, sagte der iranische Außenamtssprecher Hamid-Resa Assefi. Die USA hatten ihre Beziehungen zum Iran 1980 nach der Geiselnahme in ihrer Teheraner Botschaft abgebrochen.

Bushs Sicherheitsberater Stephen Hadley erklärte im Fernsehsender NBC, er wisse nichts von einem solchen Schreiben. Zugleich bekräftigte der Berater die amerikanische Position im Streit um das iranische Atomprogramm. Der Iran müsse seine «Aktivitäten zur Anreicherung (von Uran) aussetzen, um die Tür zu einer diplomatischen Lösung zu öffnen».

Neue UN-Resolution geplant
Unterdessen wurde bekannt, dass Großbritannien, Frankreich und Deutschland dem Weltsicherheitsrat einen leicht entschärften Entwurf für eine Iran-Resolution vorlegen wollen. Dem britischen UN-Botschafter Emyr Jones Parry zufolge arbeitet das EU-Trio an einem Resolutionstext, der die festgefahrenen Verhandlungen wieder in Schwung bringen könnte. Die geplante UN-Resolution soll den Iran unter Bezug auf Kapitel VII der UN-Charta zur Einstellung seiner Urananreicherung auffordern. Der Verweis auf dieses Kapitel, das den Sicherheitsrat zu Sanktionen und sogar zu Militärschlägen ermächtigt, wird von Russland und China abgelehnt.

Der iranische Chefunterhändler für das Atomprogramm, Ali Laridschani, traf am Montag zu Gesprächen mit der türkischen Regierung in Ankara ein. Er betonte die engen Beziehungen seines Landes zur Türkei. Daraus ergäben sich «gemeinsame Bedrohungen und Interessen», sagte Laridschani. Bislang hat die türkische Regierung den Iran stets zu mehr «Transparenz» hinsichtlich seines umstrittenen Atomprogramms aufgefordert. (nz)