01.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Mai-Demonstration in Moskau.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In Russland sind zum 1. Mai zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Sowohl Regierungsgegner als auch -anhänger hatten zu Demonstrationen aufgerufen.
Auf Kundgebungen in Russland haben Zehntausende Menschen die Politik von Präsident Wladimir Putin kritisiert. Bei der Mai-Demonstration in Moskau bezeichnete Bürgermeister Juri Luschkow den festgelegten Mindestlohn für Russland von monatlich 1100 Rubeln - umgerechnet rund 32 Euro - als eine «echte Schande». Neben den Kommunisten und anderen Oppositionsparteien hielt auch die Kremlpartei «Geeintes Russland» in zahlreichen Großstädten Kundgebungen zu 1. Mai ab.
An den Demonstrationen in Moskau nahmen nach Polizeiangaben etwa 30.000 Menschen teil. Redner kritisierten, dass der Staat die Milliardeneinnahmen aus den Öl- und Gasexporten in einen Stabilitätsfonds überweise, anstatt das Geld direkt den Bedürftigen im Land zukommen zu lassen.
In St. Petersburg trugen Regierungsgegner Porträts des Revolutionsführers Lenin, des Sowjetdiktators Stalin sowie des autoritären weißrussischen Staatspräsidenten Alexander Lukaschenko. Insgesamt nahmen in St. Petersburg etwa 50.000 Menschen an getrennten Veranstaltungen von Regierungsanhängern und gegner teil, meldete die Agentur Interfax.
Zu Sowjetzeiten wurde der 1. Mai in Russland und den übrigen Republiken als «Feiertag der Solidarität der Werktätigen» begangen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde der 1. Mai in Russland in «Tag des Frühlings und der Arbeit» umbenannt. (nz)