Iran bietet Kompromiss im Atomstreit an
29.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Saidi kündigte ebenfalls an, dass sich sein Land in diesem Fall wieder freiwillig an das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag halten werde, das unangemeldete Kontrollen durch IAEA-Inspekteure erlaubt. Teheran sei auch bereit, «die Sorgen einiger Länder» in Verhandlungen auszuräumen, sagte Saidi weiter. Der Iran werde jedoch an der Urananreicherung festhalten, fügte er hinzu. Geplant sei die Inbetriebnahme zweier weiterer Zentrifugen in der Atomanlage von Natans.
Am Freitag war eine Frist des Weltsicherheitsrats abgelaufen, innerhalb derer der Iran die Urananreicherung einstellen sollte. IAEA-Chef Mohammed el Baradei hatte in einem Bericht bestätigt, dass Teheran der Forderung nicht nachgekommen ist. Der Bericht enthalte «keine negativen Aspekte», hatte Saidi nach der Vorlage des Reports am Freitagabend gesagt.
Die Bundesregierung setzt auf eine verbindliche UN-Resolution, die nicht automatisch Sanktionen auslöst. Man sei seit Tagen dabei, über Einzelheiten des Textes zu beraten, sagte Außenstaatsminister Gernot Erler (SPD) im Deutschlandfunk. Eine derartige Resolution habe eine ganz andere Qualität als bisherige Druckmittel. «Deswegen versuchen auch die Iraner so wütend, eine solche Resolution zu verhindern und setzen nach wie vor auf eine Teilung der wichtigsten Vertreter der Weltgemeinschaft», sagte er. Einigkeit sei daher das beste Mittel.
Russland forderte den Iran zur Einstellung der Urananreicherung auf. Die Führung in Teheran solle zu einer umfassenden Zusammenarbeit mit der IAEA zurückkehren, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Samstag bei einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen Manuchehr Mottaki, wie das Ministerium in Moskau mitteilte. Es liege am Iran, konkrete Schritte zu unternehmen. (nz)

