Anwalt: Deutschland wusste von CIA-Transport
Die bosnischen Behörden hätten die Männer, von denen vier die Staatsbürgerschaft des Landes besitzen, 2002 an die USA ausgeliefert kurz bevor ein bosnisches Gericht ihre Freilassung aus Mangel an Beweisen angeordnet hätte. Mit einem Flugzeug vom rheinland-pfälzischen US-Stützpunkt Ramstein seien die Gefangenen dann über die Türkei nach Guantánamo geflogen worden. Die USA hätten Bosnien zuvor mit einem Stopp ihrer Finanzhilfen gedroht, falls die Männer nicht ausgeliefert würden.
Oleksey sagte, seine Informationen stammten von US-Behörden und aus Gesprächen mit den sechs Häftlingen, die er sieben Mal in dem Gefangenenlager auf Kuba besucht habe. Der Anwalt, der die Häftlinge vertritt, sprach von einem «grob rechtswidrigen Transfer».
«Diese deutschen Militärangehörigen, die sich als Journalisten ausgaben, haben festgestellt, dass es sich um Opfer handelt und nicht um Mörder oder Terroristen», so Oleskey. «Ich hoffe, dass der Ausschuss die deutsche Regierung befragen wird, was sie dort im Jahr 2003 tat». Der Ausschuss müsse auch prüfen, warum Deutschland nichts unternommen habe, wenn die Regierung von den illegalen Festnahmen des CIA gewusst habe. Den Geheimbericht überreichte Oleskey dem Untersuchungsausschuss allerdings nicht, weil er seine Informanten nicht gefährden wolle.
Der Ausschuss der Europarats untersucht Berichte, nach denen die CIA geheime Haftanstalten in Osteuropa unterhält. Die Abgeordneten wollen am Mittwoch einen vorläufigen Bericht vorlegen. (nz)

