20.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Hinrichtungsliege
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
China richtet die meisten Menschen hin. Rechtsexperten unterstellen der aufstrebenden Wirtschaftsmacht rund 8000 Todesurteile. Weltweit warten 20.000 Menschen auf den staatlich verordneten Tod.
Weltweit warten derzeit mehr als 20.000 Menschen auf ihre Hinrichtung. Im vergangenen Jahr sei bei mindestens 2.148 Menschen in insgesamt 22 Ländern die Todesstrafe vollstreckt worden, zählte die Menschenrechtsorganisation amnesty international. Allerdings sei die Zahl der registrierten Hinrichtungen um mehr als 1600 im Vergleich zu 2004 gesunken. Dies stelle jedoch keinen Trend dar, betonte amnesty-Experte Oliver Hendrich.
Mit großem Abstand liegt China mit mindestens 1770 vollzogenen Todesurteilen weltweit an der Spitze. Dortige Rechtsexperten gingen sogar von etwa 8000 Hinrichtungen aus. China verhänge die Todesstrafe auch für gewaltlose Delikte wie Steuerhinterziehung, Unterschlagung oder Drogenvergehen, hieß es.
In Iran starben laut amnesty-Angaben mindestens 94 Menschen nach staatlicher Entscheidung, in Saudi-Arabien waren es mindestens 83, gefolgt von den USA mit 60 Hinrichtungen. In den vier Staaten China, Iran, Saudi-Arabien und den USA fanden im vergangenen Jahr 94 Prozent aller bekannt gewordenen Hinrichtungen statt, hieß es weiter.