19.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Wahlgewinner Prodi
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Wahlniederlage von Italiens Ministerpräsident Berlusconi ist amtlich: Ein Gericht zählte Stimmen nach und bestätigte den Sieg von Herausforderer Prodi. Der will jetzt rasch an die Arbeit gehen.
Der knappe Sieg von Oppositionsführer Romano Prodi bei der Parlamentswahl in Italien ist vom Kassationsgericht bestätigt worden. Damit wiesen die Richter mehrere Einsprüche aus dem Regierungslager zurück. Das Gericht hatte nach der Wahl am 9. und 10. April auf Antrag von Ministerpräsident Silvio Berlusconi rund 2100 Stimmen nachgeprüft.
Am Wahlsieg des Mitte-links-Kandidaten Prodi konnte die Nachzählung nichts mehr ändern: Das Oppositionsbündnis verfügt laut dem vorläufigen Ergebnis für die Wahl des Abgeordnetenhauses über einen Vorsprung von 24.755 Stimmen. Im Senat konnte Prodis Lager eine knappe Mehrheit von zwei Sitzen erringen. Dennoch hat Berlusconi seine Niederlage bislang nicht eingestanden.
«Die Italiener haben jetzt keinen Zweifel mehr an unserem Sieg», sagte Prodi am Mittwochabend vor Journalisten. Nun wolle er rasch eine «starke Regierung» bilden. «Endlich ist der Wahlstreit zu Ende», sagte der 66-Jährige. Nun erwarte er einen Anruf des Regierungschefs: «Ich warte, ich warte, ich warte.»
Der italienische Wirtschaftsminister unter der Regierung Berlusconis forderte umgehend nach dem Urteil weitere Überprüfungen der Ergebnisse. Es gebe «wesentliche Unregelmäßigkeiten», sagte Giulio Tremonti. Der Generalsekretär der italienischen Zentrumspartei UDC, Lorenzo Cesa, gratulierte Prodi dagegen. Auch Cesa gehört der Berlusconi-Koalition an. Er hatte sich bereits im Vorfeld von Berlusconi distanziert, als dieser den Wahlsieg Prodis nicht anerkennen wollte. (nz)