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Ärzte werfen China illegale Organentnahme vor

19. Apr 2006 12:59
Transport von Spender-Organen
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Es gebe «unwiderlegbare Beweise» dafür, dass China hingerichteten Gefangenen illegal Organe entnehme, sagen britische Transplantations-Ärzte. Manche Häftlinge würden schon vor ihrem Tod dafür ausgesucht.

Führende britische Mediziner haben China vorgeworfen, einen Handel mit den Organen von Tausenden hingerichteter Gefangener zu betreiben. Am Mittwoch verurteilte die Britische Gesellschaft für Transplantationen diese Praxis als nicht akzeptabel und Verstoß gegen die Menschenrechte.

Es gebe zunehmend Beweise dafür, dass die Organe tausender in China hingerichteter Gefangener ohne Erlaubnis entfernt würden, sagte Professor Stephen Wigmore, Vorsitzender des Ethikausschusses der Gesellschaft, der BBC. Mittlerweile seien diese unwiderlegbar.

Die Geschwindigkeit, mit der Spenderorgan und Patient zusammengebracht werden – manchmal in weniger als einer Woche – lege den Schluss nahe, dass Gefangene schon vor der Hinrichtung ausgesucht würden, so Wigmore.

Ein so genannter Transplantations-Tourismus habe den Verkauf von Spender-Organen noch lukrativer gemacht. Patienten kämen verstärkt aus westlichen Ländern, darunter Großbritannien, Japan und Südkorea. Er und seine Kollegen hätten alle Arten von britischen Patienten gesehen, die darüber nachdächten, wegen einer Transplantation nach China zu gehen, sagte Wigmore. Er hoffe sehr stark, dass die Menschen sich das gut überlegten.

Tote Ausländer

China hat diese Vorwürfe, die auch von internationalen Menschenrechtsorganisationen geäußert werden, immer dementiert. Allerdings räumten Beamte des chinesischen Gesundheitsministeriums erst vergangene Woche ein, dass Organe von Hingerichteten manchmal für Transplantationen genutzt worden seien – allerdings nur in wenigen Fällen und mit dem Einverständnis der Hingerichteten.

Erst vor kurzem kündigte die Regierung in Peking an, die Transplantationsvorschriften zu verschärfen. Ab Juli soll es illegal sein, Organe zu verkaufen, außerdem müssen alle Spender eine Einverständniserklärung unterschreiben.

Auslöser war der Tod mehrerer Ausländer. Sie waren wegen einer Organtransplantation nach China gereist. (nz)

 
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