Das Mitte-Rechts-Bündnis «Casa delle Libertà» (Haus der Freiheiten) wollte den Wahlsieg Prodis jedoch nicht anerkennen, da das Endergebnis für den Senat noch nicht vorlag. Beobachter sprachen von einer Patt-Situation. Ob Prodi letztlich über eine regierungsfähige Mehrheit verfügt, war am Dienstagmorgen noch unsicher.Prodi erklärte sich derweil zum Wahlsieger. «Heute schlagen wir ein neues Kapitel auf. Italien muss endlich wieder wachsen», sagte er vor zahlreichen Anhängern im Zentrum Roms, die begeistert applaudierten und Fahnen schwenkten. «Mitte-Links hat die Wahl gewonnen», sagte der Oppositionspolitiker Piero Fassino.
Falls der frühere EU-Kommissionspräsident Prodi über keine regierungsfähige Mehrheit verfügt, könnte eine technische Regierung unter Leitung von parteiunabhängigen Fachleuten eingesetzt werden, um zumindest eine vorübergehende Regierbarkeit zu sichern, erklärten Experten. Auch Neuwahlen sind nicht ausgeschlossen. (nz)