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Chirac zieht umstrittenes Reformgesetz zurück

10. Apr 2006 10:18, ergänzt 17:32
Jacques Chirac
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Der wochenlange Konflikt um den Kündigungsschutz in Frankreich ist beendet. Präsident Chirac setzte eine Änderung des umstrittenen Gesetzes durch. «Das Ziel ist erreicht», freute sich ein Gewerkschaftschef.

Der französische Präsident Jacques Chirac hat am Montag die umkämpfte Arbeitsrechtsreform zurückgezogen. Der Elyséepalast teilte mit, eine Neufassung werde das Gesetz zum Ersteinstellungsvertrag (CPE) durch Regeln zur beruflichen Förderung schlecht ausgebildeter Jugendlicher ersetzen. Das neue Gesetz soll möglichst schon an diesem Dienstag ins Parlament eingebracht werden, damit es vor Ostern beschlossen werden kann.

«Das Ziel ist erreicht», sagte der Chef der Gewerkschaft CFDT, François Chérèque, und bot Verhandlungen zur Förderung von Jugendlichen an. Der Unternehmerverband Medef griff das Angebot auf und plädierte für umfassende Gespräche über eine Reform von Ausbildung und Arbeitsrecht. Die Gewerkschaft CGT und andere feierten einen «Erfolg über den Liberalismus». Studentenführer Karl Stoeckel sprach von einem «historischen Sieg nach einer historischen Mobilisierung». Die Studentenkonföderation rief zur Aufhebung der Uni-Blockaden auf.

Gesetz «nicht verstanden»

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Premierminister Dominique de Villepin begründete die Kehrtwende mit der «Gefährdung der Sicherheit» der Studenten und der Examen durch die Protestaktionen. Er habe mit dem Ersteinstellungsvertrag CPE schnell ein starkes Gesetz machen wollen und bedauere, dass dies nicht alle verstanden hätten, sagte Villepin. Jetzt müsse es «eine Diskussion ohne Vorbehalte mit den Sozialpartnern» über die Regeln des Berufseintritts und des Arbeitslebens geben.

Villepin hatte das CPE-Gesetz, das Arbeitnehmern unter 26 Jahren zwei Jahre lang jeden Kündigungsschutz verwehrt, ohne Rücksprache mit den Tarifparteien auf den Weg gebracht und die Debatte im Parlament mit der Vertrauensfrage abgebrochen. Dagegen hatten die Verbände Streiks und Demonstrationen organisiert, bei denen bis zu zwei Millionen Menschen auf die Straße gegangen waren.

Villepins Ansehen gesunken

Dominique de Villepin
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Viele Universitäten waren wochenlang blockiert. Villepins Vorgehen hatte aber auch viele Politiker aus den eigenen Reihen verstimmt. «Wir hätten uns mit den Sozialpartnern abstimmen müssen», sagte der UMP-Fraktionschef im Senat, Josselin de Rohan. «Wenn man die kleinste Reform will, muss man mit den Sozialpartnern vorher sprechen.»

Der Konflikt hat dem Ansehen der Regierung erheblich geschadet. Seit Beginn der Proteste sank die Zustimmung für de Villepin von 50 auf 25 Prozent. Auch Chirac erhält nur noch die Unterstützung von jedem vierten Wähler. Gleichzeitig glauben aber 63 Prozent der Franzosen, dass die Linke keine bessere Politik machen würde. (nz)

 
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