netzeitung.deGeneralstreik legt Nepal lahm

 Herausgeber: netzeitung.de

Demonstrationen in Nepal (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Demonstrationen in Nepal
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Königreich Nepal ist das öffentliche Leben durch einen Generalstreik fast vollständig lahm gelegt worden. Mehr als 300 Oppositionelle wurden festgenommen.

Ein von der Opposition ausgerufener Generalstreik hat am Donnerstag das öffentliche Leben im Himalaya-Königreich Nepal lahm gelegt. Schulen, Fabriken und die meisten Geschäfte blieben zum Auftakt des viertägigen Streiks geschlossen. Sicherheitskräfte nahmen im ganzen Land mehr als 300 Oppositionsanhänger fest. Auf den Straßen patrouillierten Armee und Polizei. Zu den befürchteten Zusammenstößen kam es jedoch nicht.

Zu dem Ausstand hatte die Sieben-Parteien-Allianz SPA aufgerufen, um den autoritär herrschenden König Gyanendra zu demokratischen Reformen zu zwingen. Der König hatte im Februar vergangenen Jahres mit einem Putsch die Macht im Land an sich gerissen.

Die von ihm eingesetzte Regierung hatte vor dem Generalstreik ein Demonstrationsverbot für die Hauptstadt Kathmandu verhängt. Am Samstag plant die SPA eine Großkundgebung. Nach offiziellen Angaben hatten die Behörden bereits am Vortag 144 Politiker, Studenten und Aktivisten festgenommen. Die meisten wurden noch am selben Tag wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Regierung begründete das Demonstrationsverbot mit dem Argument, die Oppositionsaktionen würden von den maoistischen Rebellen unterwandert. Die Rebellen, die seit zehn Jahren für ein kommunistisches Regime und ein Ende der Monarchie in Nepal kämpfen, hatten allerdings zuvor einen einseitigen Waffenstillstand für das Kathmandu-Tal verkündet.

Außerhalb der Hauptstadt-Region kam es jedoch zu neuen Kämpfen. Die Rebellen griffen in der Nacht zum Donnerstag in großer Zahl mehrere Regierungsgebäude in der östlichen Bezirkshauptstadt Malangwa an. Dabei befreiten sie 110 Insassen aus dem örtlichen Gefängnis, darunter 22 inhaftierte Komplizen, berichtete der Fernsehsender Kantipur. In den mehrstündigen Kämpfen kamen elf Menschen ums Leben, darunter fünf Polizisten, vier Maoisten und zwei Zivilisten. Weitere 15 Polizisten wurden vermisst. (nz)