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Milosevic-Begräbnis: Peter Handke hält Rede: 

Autor Handke hält Trauerrede für Milosevic

18. Mrz 2006 11:29, ergänzt 17:37
Anhänger Milosevics warten auf die Trauerfeier
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«Slobo, Slobo» haben die Menschen vor dem Parlament in Belgrad am Samstag gerufen. Danach wurde der Leichnam des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Milosevic in seine Heimatstadt überführt.

Rund 80.000 Anhänger von Slobodan Milosevic sind am Samstag zu einer Trauerzeremonie für den früheren jugoslawischen Machthaber Slobodan in die Belgrader Innenstadt gekommen. Sie versammelten sich vor dem Gebäude des früheren jugoslawischen Parlaments.

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Der Sarg mit dem Leichnam kam am Samstagnachmittag in Milosevics Geburtsstadt Pozarevac an. Er soll im Garten des Familienhauses seiner Frau beerdigt werden. Die Straßen, durch die der Trauerzug in Pozarevac zog, wurden von Tausende Milosevic-Anhänger gesäumt.

In Pozarevac sprach auch der österreichische Schriftsteller Peter Handke. In seiner Rede auf serbisch sagte Handke, dass die «so genannte Welt keine Welt sei» und dass er die Wahrheit nicht kennt, dass er aber «zuhört, schaut und fühlt». Er sei «glücklich», dass er sich heute in Serbien befinde und «Slobodan Milosevic nahe» sei.

Der 63-jährige Autor hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für Milosevic eingesetzt und ihn 2004 im Gefängnis in den Niederlanden besucht. 1996 hatte Handke mit der Veröffentlichung seines Textes «Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien» einen Skandal provoziert. Darin bezeichnete er die Serben als die wahren Opfer des Bürgerkrieges.

Als der Sarg des 64-Jährigen auf einer mit rotem Teppich bezogenen Bühne aufgebahrt wurde, stimmte die Menge Sprechchöre an: «Slobo! Slobo!», einige Zuschauer brachen sogar in Tränen aus. Viele trugen Fotos des einstigen jugoslawischen Staatsoberhaupts bei sich oder schwenkten Banner der Sozialistischen Partei, die die Trauerfeier am Samstag organisierte

Milosevic war vor einer Woche in der Haft in den Niederlanden gestorben, wo er vor einem Tribunal der Vereinten Nationen wegen Kriegsverbrechen angeklagt war.

Der Milosevic-Sarg war seit Donnerstag in einem Belgrader Museum aufgestellt. Schon am Donnerstag und Freitag hatten ihm rund 70.000 Anhänger die letzte Ehre erwiesen.

Bilderschau:
Von Milosevics engsten Familienangehörigen, die in Russland im Exil leben, wird nach Angaben der serbischen Sozialistischen Partei niemand an dem Begräbnis teilnehmen. Weder Milosevics Frau, Mirjana Markovic, noch sein Sohn Marko und Bruder Borislav würden nach Serbien reisen. Ihnen droht dort eine Festnahme wegen Vorwürfen des Machtmissbrauchs. (nz)
 
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