netzeitung.deDänische Rechte will mit Anzeigen provozieren

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Die dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» hat ihre Mohammed-Karikaturen als Test von Selbstzensur-Tendenzen erklärt. Nun will die rechtspopulistische Partei DVP mit Zeitungsanzeigen das Thema aufgreifen.

Die rechtspopulistische Dänische Volkspartei plant «provozierende» Zeitungsanzeigen zum Islam. Die Aktion sei ein Test von Tendenzen zu Zensur und Selbstzensur, die die DVP vermute, teilte die Partei mit. Man wolle «bis an die Grenze gehen», kündigte Søren Espersen, außenpolitischer Sprecher der Partei, am Freitag in mehreren dänischen Zeitungen an.

Dass an einem Kopenhagener Bahnhof vor kurzem das Anbringen eines Werbeplakats für ein Buch über den Islam verweigert wurden, war laut Espersen der konkrete Anlass der Aktion.

Zu der Überlegung, die Anzeigen könnten möglicherweise die religiösen Gefühle von Muslimen verletzen, sagte Espersen: «Mich interessieren die Gefühle von Leuten nicht. Was vielleicht deine Gefühle verletzt, berührt meine nicht.» Mit Blick auf die Initiative sehe er schon jetzt «etliche Chefredakteure und Anzeigenchefs mit Angstschweiß auf der Stirn».

In ersten Reaktionen hieß es von dem Sprecher der regierenden Konservativen die geplante Aktion sei «wenig konstruktiv».

Die Abgeordneten der DVP tolerieren momentan in Dänemark die Minderheitsregierung. Die Partei liegt aktuell laut Umfragen bei fast 20 Prozent der Wählerstimmen, bei der letzten Wahl erreichten sie 13 Prozent. Diese Entwicklung wird im Zusammenhang mit dem Streit um die Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» gesehen. (nz)