21.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
George W. Bush
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Bush-Regierung hat 55.000 seit Jahren frei zugängliche Papiere wieder als geheim erklären lassen. Ein Experte hält das angesichts fehlender Brisanz für «lachhaft».
Die US-Regierung hat heimlich mehr als 55.000 historische Dokumente wieder gesperrt, die seit Jahren im Washingtoner Nationalarchiv eingesehen werden konnten. In einer 1999 begonnenen Aktion hätten die Papiere nach und nach wieder den Stempel «geheim» erhalten, berichtete die Zeitung «New York Times».
Es handele sich größtenteils um Jahrzehnte alte Dokumentationen des Außenministeriums über den Kalten Krieg und den Koreakrieg. Hintergrund seien die Beschwerden mehrerer US-Geheimdienste über die ihrer Ansicht nach übereilte Freigabe von «brisanten» Unterlagen. Diese war 1995 vom damaligen Präsidenten Bill Clinton angeordnet worden.
Der Zeitung zufolge ist die Aktion der Regierung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 beschleunigt worden. Sie blieb wegen einer äußersten Geheimhaltungsstufe bis zum Dezember 2005 unentdeckt. Dann sei einem Archiv-Historiker aufgefallen, dass ihm vor Jahren kopierte Unterlagen des Außenministeriums aus den Regalen verschwunden seien.
Die Papiere hätten überhaupt nichts Brisantes enthalten, und ihre Entfernung sei lachhaft, zitierte das Blatt den Experten. Die beim Nationalarchiv angesiedelte Kontrollbehörde für Geheimhaltungsfragen habe inzwischen eine Überprüfung der Regierungsaktion eingeleitet. (nz)