netzeitung.de1,2 Millionen Dollar für eine Einladung zu Bush

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Weißes Haus: Ort der Begegnung zwischen Bush und Mohammed (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Weißes Haus: Ort der Begegnung zwischen Bush und Mohammed
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der damalige malaysische Ministerpräsident Mohammed soll sich im Jahr 2002 eine Einladung ins Weiße Haus erkauft haben, um sein Image zu verbessern. Eingefädelt habe den Besuch der umstrittene US-Lobbyist Abramoff, heißt es.

Der republikanische Lobbyist Jack Abramoff hat für den früheren Ministerpräsidenten von Malaysia, Mahathir Mohammed, einen Besuch bei US-Präsident George W. Bush organisiert und dafür eine Prämie von 1,2 Millionen Dollar erhalten. Das berichtet die «L.A. Times». Abramoff, der in den USA einen der größten Korruptionsskandale ausgelöst hat, in den vor allem Republikaner verwickelt sind, sollte durch einen Besuch Mohammeds bei Bush das Image des damaligen Regierungschefs verbessern. Der Ministerpräsident war von der Clinton-Regierung wegen wiederholter antisemitischer Äußerungen und der Inhaftierung von Oppositionellen weitgehend ignoriert worden.
Wie die Zeitung unter Berufung auf einen früheren Partner Abramoffs weiter berichtet, kontaktierte Abramoff den Berater des US-Präsidenten, Karl Rove, mindestens vier Mal, um das Treffen einzufädeln. Der nicht namentlich genannte Partner erinnerte sich an ein Telefongespräch, das Abramoff mit den Worten «Es ist Karl» entgegen genommen habe. Dann habe ihm Abramoff den empor gestreckten Daumen gezeigt. Nachdem er das Gespräch beendet hatte, habe er gesagt, eine offizielle Einladung sei auf dem Weg. «Ruf den Botschafter an», habe er gesagt, so der Ex-Partner.

Mohammed traf Bush am 14. Mai 2002 im Weißen Haus. Dabei dankte Bush Mohammed für seine «Freundschaft» und die «starke Unterstützung» im Kampf gegen den Terror. Abramoff habe für seine Vermittlungsarbeit in den Jahren 2001 und 2002 rund 1,2 Millionen Dollar von der malayischen Regierung erhalten, berichtet die Zeitung. Unterlagen, die Ermittler im Auftrag des US-Senats fanden, belegen mindestens 900.000 Dollar.

Geld über Briefkastenfirma
Das Geld wurde an das American International Center gezahlt, einer als so genannter «Think Tank» getarnten Briefkastenfirma, die ein Partner von Abramoff, Michael P.S. Scanlon, in einem Strandhaus im US-Bundesstaat Delaware eingerichtet hatte. Abramoff und Scanlon haben zugegeben, über dieses Center Lobby-Gelder in Millionenhöhe von ihren Klienten eingenommen zu haben. Indem Abramoff das malayische Geld über das Center leitete, musste er sich nicht als Agent für eine ausländische Regierung beim Justizministerium registrieren.

Eine weitere US-Lobby-Firma war zu der betreffenden Zeit damit beschäftigt, das Ansehen Malaysias in den USA zu verbessern: Alexander Strategies, geleitet von einem Abramoff-Freund und ehemaligen Stabschef des damaligen republikanischen Mehrheitsführers im Repräsentantenhaus, Tom DeLay. Insider schreiben auch Alexander Strategies einigen Anteil zu, dass das Spitzentreffen zustande kam. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte jedoch, das Treffen sei durch die üblichen Kanäle zustande gekommen.

Ärger nach dem Besuch
Viel Freude hatte Bush an dem Treffen mit Mohammed jedoch nicht. Mohammed warf den USA acht Monate nach seiner Begegnung mit Bush in Washington mit Blick auf die drohende Invasion im Irak vor, die «Terroristen an Terror zu übertreffen».

Erneute antisemitische Äußerungen wie «Juden regieren die Welt» und «lassen andere für sie kämpfen und sterben» sorgten nicht nur bei den US-Demokraten für Aufregung. Sie warfen Bush vor, den Premier nicht schnell genug in die Schranken zu weisen. Das tat Bush erst im Oktober 2003. Wie ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, habe Bush Mohammed während eines internationalen Wirtschaftstreffens zur Seite genommen und dessen Bemerkungen als «falsch» bezeichnet. (nz)