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Karikaturen-Streit: Irans Religionsführer beschuldigt Israel: 

Irans Religionsführer beschuldigt Israel

07. Feb 2006 21:30
Randalierer mit dem Schild der Botschaft
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In Teheran haben Muslime die Botschaft Norwegens mit Brandsätzen beworfen. Irans geistlicher Führer, Ajatollah Chamenei, rechtfertigt die Proteste und spricht von einer «Verschwörung der Zionisten».

Thema: Mohammed-Satire
Einen Tag nach Angriffen auf dänische und österreichische Vertretungen in Teheran haben Demonstranten auch die norwegische Botschaft in der iranischen Hauptstadt attackiert. Aus Protest gegen die als Gotteslästerung betrachteten Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen bewarfen sie die Botschaft mit Steinen und Brandsätzen. Nach Augenzeugenberichten gingen viele Fensterscheiben zu Bruch, das Haupttor geriet in Brand. Die Polizei hinderte die rund 100 Demonstranten am Erstürmen der Botschaft im Norden Teherans und vertrieb sie schließlich.

Von den Teilnehmern des Protestes vor der Botschaft trugen mehrere die weiße Kafan-Tracht. In diese werden nach islamischer Sitte normalerweise Tote gehüllt, sie bedeutet aber auch Opferbereitschaft bis zum Tod. Die Demonstranten zerstörten das Botschaftsschild, verbrannten Flaggen und riefen «Tod Norwegen!»

«Verschwörung der Zionisten»

Der oberste Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, rechtfertigte die Proteste, die sich aber nach seinen Worten nicht gegen Christen richten. «Diese Wut (unter den Muslimen) ist gerechtfertigt und sogar heilig. Sie wendet sich jedoch nicht gegen die Christen weltweit, sondern gegen einige diabolische Kräfte, die an dieser teuflischen Affäre beteiligt sind.» Chamenei, der in allen Staatsangelegenheiten das letzte Wort hat, beschuldigte stattdessen Israel. Die Affäre um die Karikaturen sei eine «Verschwörung der Zionisten, um Spannungen zwischen Muslimen und Christen zu erzeugen».

Iranische Medien hatten Chamenei bereits zuvor mit dem Vorwurf an den Westen zitiert, dieser messe mit zweierlei Maß. Wenn es um die Mohammed-Karikaturen gehe, dann werde die Pressefreiheit verteidigt, aber «wie kommt es, dass die Pressefreiheit nicht respektiert wird, wenn es um das Abstreiten oder auch nur Zweifel an der Saga des Holocausts geht».

Reaktionen «natürlich»

Außenamtssprecher Hamid-Resa Assefi sagte nach Angaben des Nachrichtensenders Chabar, es sei die Pflicht des Staates, die ausländischen Vertretungen zu schützen, die Reaktion der Muslime auf die Karikaturen sei aber «natürlich». Um die Proteste zu beenden, sollten sich die europäischen Regierungen förmlich für die Beleidigung Mohammeds entschuldigen.

Teheran hatte am Montag die Handelsbeziehungen mit Dänemark, wo die Karikaturen vor über vier Monaten zuerst veröffentlicht worden, abgebrochen. Auch die Handelsbeziehungen zu anderen europäischen Staaten würden überprüft, hieß es. (nz)

 
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